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| 22.07.2007 - 22.08.2007: | Ukraine |
| ab 23.08.2007: | Delft |
| 02.05.2008 - 17.05.2008: | Marokko |
Aktuelles
2008-04-05
Noch wenige Tage, dann werde ich den Bericht meiner Masterarbeit abgeben. Danach noch je eine Präsentation in Delft und Zürich. Und dann brauche ich erst mal Ferien. Ab nach Marokko, für zwei Wochen. Leider habe ich keine Zeit zum Berberisch lernen und auch nicht um hier viel zu schreiben. Was soll, es gibt für einmal wichtigeres zu tun. Will ja nicht auf der Ziellinie stolpern.
Auf der Zielgerade
Noch wenige Tage, dann werde ich den Bericht meiner Masterarbeit abgeben. Danach noch je eine Präsentation in Delft und Zürich. Und dann brauche ich erst mal Ferien. Ab nach Marokko, für zwei Wochen. Leider habe ich keine Zeit zum Berberisch lernen und auch nicht um hier viel zu schreiben. Was soll, es gibt für einmal wichtigeres zu tun. Will ja nicht auf der Ziellinie stolpern.
2008-03-11
Der fleissige Leser meines Blogs und Leute die mich gut kennen wissen es: Ich bin kritisch. Manchmal scheint es, ich zerreise gewisse Dinge regelrecht. Mit Ironie und zuweilen auch mit Sarkasmus. Auch dieser Text wird nicht gross anders sein. Und natürlich geht es, einmal mehr, über die Holländer. Ich will ja gar nicht so oft über sie herziehen denn eigentlich mag ich die Niederländer, aber sie geben mir so viel Anlass über sie zu schreiben. Zum Beispiel über hundsgewöhnliche Dinge wie eine Bank. Da geht man rein, kommt drei Minuten später wieder raus und denkt: Meine Güte, wo bin ich hier? Und schon habe ich den Anfang meiner kleinen Geschichte. Und die geht so:
Also, ich bin ja umgezogen. Und gleich neben meinem neuen Haus ist eine Filiale meiner Bank. Eine ganz normale Filiale. Nicht in einem Villen-Viertel und es kommen auch nicht halbstündlich Konvois von Geldtransportern mit Geleitschutz vorbei. Eine ganze normale Filiale eben. Und da wollte ich eines Morgens rein: Durch die erste Tür hinein in den Windfang. Dann drückt man die zweite Tür auf und … und nichts. Die Tür ist abgeschlossen. Drinnen sind jedoch Menschen, und ja, auch Kunden. Bin verwirrt. Drücke nochmals und fester. Nichts bewegt sich. Ich stehe in dem kleinen Windfang und komme mir dumm vor.
Aha, ich entdecke einen kleinen Knopf neben der Tür. Rot und Grün ist der. Da drücke ich mal. Nix. Kein automatisches Öffnen der Tür, kein Summen. Drücke den Knopf und gleichzeitig gegen die Türe. Auch nix. Langsam komme ich ins Schwitzen.
Eine Bankangestellte kommt auf mich zu, aber die Tür öffnen will sie nicht. Stattdessen zeigt sie auf ihren Kopf und lächelt. Ich lächle angespannt zurück. Nun schüttelt sie den Kopf und zeigt nochmals auf ihren Kopf.
Endlich kapiere ich. Die wollen dass ich meine Kappe annehme. Ich fluche und nehme die Kappe runter. Und einen Sekundenbruchteil später summt es und ich kann die Tür aufstossen.
Ich denke: Peinlich, und: Sind die hier alle paranoid? Ich habe doch keine Sturmmaske auf dem Kopf (und ne Kalaschnikow in der Hand) sondern nur eine rote Kappe an die geradewegs halbpatzig die Ohren bedeckt. Oder hätte ich mich heute Morgen doch rasieren sollen…
Wieso ich überhaupt zur Bank gehe? In der Schweiz sehe ich fast nie ne Bank von innen. Bankomat und Internet, was braucht man mehr? Nun, ich möchte ab und zu Geld von meinem Konto in der Schweiz auf dasjenige hier in Holland transferieren.
Hey, wir leben im 21. Jahrhundert, da kann man das doch per Internet machen. Richtig, nur dauert das einige Tage und kostet über 10€ Spesen. Was für ne Frechheit! Deshalb: Karte in den Bankomat, Karte zurück, Geld raus, andere Karte rein, Geld wieder rein, Karte raus und gut ist. Und kostet „nur“ läppische vier Franken.
PS: Und weil Banken-Bashing in Mode ist sei hier an der Stelle nochmals gefragt: Wieso haben Banken eigentlich so doofe Öffnungszeiten? Erst ab halb zehn morgens offen, um fünf Uhr gehen sie zu und am Samstag ist tote Hose. Wann soll ich dann mein Geld bringen?
Hut ab vor der Bank
Der fleissige Leser meines Blogs und Leute die mich gut kennen wissen es: Ich bin kritisch. Manchmal scheint es, ich zerreise gewisse Dinge regelrecht. Mit Ironie und zuweilen auch mit Sarkasmus. Auch dieser Text wird nicht gross anders sein. Und natürlich geht es, einmal mehr, über die Holländer. Ich will ja gar nicht so oft über sie herziehen denn eigentlich mag ich die Niederländer, aber sie geben mir so viel Anlass über sie zu schreiben. Zum Beispiel über hundsgewöhnliche Dinge wie eine Bank. Da geht man rein, kommt drei Minuten später wieder raus und denkt: Meine Güte, wo bin ich hier? Und schon habe ich den Anfang meiner kleinen Geschichte. Und die geht so:
Also, ich bin ja umgezogen. Und gleich neben meinem neuen Haus ist eine Filiale meiner Bank. Eine ganz normale Filiale. Nicht in einem Villen-Viertel und es kommen auch nicht halbstündlich Konvois von Geldtransportern mit Geleitschutz vorbei. Eine ganze normale Filiale eben. Und da wollte ich eines Morgens rein: Durch die erste Tür hinein in den Windfang. Dann drückt man die zweite Tür auf und … und nichts. Die Tür ist abgeschlossen. Drinnen sind jedoch Menschen, und ja, auch Kunden. Bin verwirrt. Drücke nochmals und fester. Nichts bewegt sich. Ich stehe in dem kleinen Windfang und komme mir dumm vor.
Aha, ich entdecke einen kleinen Knopf neben der Tür. Rot und Grün ist der. Da drücke ich mal. Nix. Kein automatisches Öffnen der Tür, kein Summen. Drücke den Knopf und gleichzeitig gegen die Türe. Auch nix. Langsam komme ich ins Schwitzen.
Eine Bankangestellte kommt auf mich zu, aber die Tür öffnen will sie nicht. Stattdessen zeigt sie auf ihren Kopf und lächelt. Ich lächle angespannt zurück. Nun schüttelt sie den Kopf und zeigt nochmals auf ihren Kopf.
Endlich kapiere ich. Die wollen dass ich meine Kappe annehme. Ich fluche und nehme die Kappe runter. Und einen Sekundenbruchteil später summt es und ich kann die Tür aufstossen.
Ich denke: Peinlich, und: Sind die hier alle paranoid? Ich habe doch keine Sturmmaske auf dem Kopf (und ne Kalaschnikow in der Hand) sondern nur eine rote Kappe an die geradewegs halbpatzig die Ohren bedeckt. Oder hätte ich mich heute Morgen doch rasieren sollen…
Wieso ich überhaupt zur Bank gehe? In der Schweiz sehe ich fast nie ne Bank von innen. Bankomat und Internet, was braucht man mehr? Nun, ich möchte ab und zu Geld von meinem Konto in der Schweiz auf dasjenige hier in Holland transferieren.
Hey, wir leben im 21. Jahrhundert, da kann man das doch per Internet machen. Richtig, nur dauert das einige Tage und kostet über 10€ Spesen. Was für ne Frechheit! Deshalb: Karte in den Bankomat, Karte zurück, Geld raus, andere Karte rein, Geld wieder rein, Karte raus und gut ist. Und kostet „nur“ läppische vier Franken.
PS: Und weil Banken-Bashing in Mode ist sei hier an der Stelle nochmals gefragt: Wieso haben Banken eigentlich so doofe Öffnungszeiten? Erst ab halb zehn morgens offen, um fünf Uhr gehen sie zu und am Samstag ist tote Hose. Wann soll ich dann mein Geld bringen?
2008-03-02
In einer Woche zügle ich. Wieder einmal. Ein moderner Nomade könnte man mich nennen. Habe mal gezählt, wie oft ich in den letzen drei Jahren an verschiedenen Orten gewohnt habe (für über einen Monat). Ich kam auf neun: Erst Zürich. Dann Auckland. Anderswo in Auckland. Delft (JvB35). Bangkok. Zürich. Nochmals Zürich. Delft (Kromstraat). Delft (van Hasseltlaan). Wieder Kromstraat. Und nun zügle ich wieder innerhalb von Delft in die E. du Perronlaan.
Zügeln kann man es nicht echt nennen. Denn ich habe fast nichts zum Zügeln. Ich habe beispielsweise keine eigenen Möbel. Das hat den Vorteil, dass man einfach so mal umziehen kann. Dafür brauche ich nicht mal mehr als ein paar Stunden. Die Kleider. Den Unihockeystock. Ein paar Ordner. Den Laptop. Fertig.
Andererseits muss ich immer ein möbliertes Zimmer finden. Und die sind entweder schweineteuer oder man kriegt ein Zimmer eines Studenten, der für ein Paar Monate ins Ausland geht. Ich habe letzteres. Man kann eigentlich sagen, ich schlafe immer in fremden Betten.
Irgendwann möchte ich schon mal was Dauerhafteres haben. Meine eigenen vier Wände. Das eigene Bett. Und gerne mit Annemiek. Aber das dauert vielleicht noch ein Weilchen.
Wieso ich schon wieder zügle? Nicht dass es mir bei Annemiek nicht gefällt, ganz im Gegenteil. Aber ein geteiltes Zimmer in ner 6er WG ist doch etwas eng. Denn eigentlich habe ich doch etwas mehr als nur die Kleider, den Unihockeystock, ein paar Ordner und den Laptop. Zum Beispiel einige Packungen Fertigröschdi. Und Frey-Schoggi von der Migros. Irgendwie muss man sich ja auch zuhause fühlen können.
Heute hier, morgen da
In einer Woche zügle ich. Wieder einmal. Ein moderner Nomade könnte man mich nennen. Habe mal gezählt, wie oft ich in den letzen drei Jahren an verschiedenen Orten gewohnt habe (für über einen Monat). Ich kam auf neun: Erst Zürich. Dann Auckland. Anderswo in Auckland. Delft (JvB35). Bangkok. Zürich. Nochmals Zürich. Delft (Kromstraat). Delft (van Hasseltlaan). Wieder Kromstraat. Und nun zügle ich wieder innerhalb von Delft in die E. du Perronlaan.
Zügeln kann man es nicht echt nennen. Denn ich habe fast nichts zum Zügeln. Ich habe beispielsweise keine eigenen Möbel. Das hat den Vorteil, dass man einfach so mal umziehen kann. Dafür brauche ich nicht mal mehr als ein paar Stunden. Die Kleider. Den Unihockeystock. Ein paar Ordner. Den Laptop. Fertig.
Andererseits muss ich immer ein möbliertes Zimmer finden. Und die sind entweder schweineteuer oder man kriegt ein Zimmer eines Studenten, der für ein Paar Monate ins Ausland geht. Ich habe letzteres. Man kann eigentlich sagen, ich schlafe immer in fremden Betten.
Irgendwann möchte ich schon mal was Dauerhafteres haben. Meine eigenen vier Wände. Das eigene Bett. Und gerne mit Annemiek. Aber das dauert vielleicht noch ein Weilchen.
Wieso ich schon wieder zügle? Nicht dass es mir bei Annemiek nicht gefällt, ganz im Gegenteil. Aber ein geteiltes Zimmer in ner 6er WG ist doch etwas eng. Denn eigentlich habe ich doch etwas mehr als nur die Kleider, den Unihockeystock, ein paar Ordner und den Laptop. Zum Beispiel einige Packungen Fertigröschdi. Und Frey-Schoggi von der Migros. Irgendwie muss man sich ja auch zuhause fühlen können.
2008-01-09
Das Haus an der Kromstraat 33* ist alt und ringhörig. Das war selten ein Problem. Bis Annemieks Mitbewohner W eine neue Freundin bekam. Und seit dann lief das Radio etwas öfters und etwas lauter. Dann ging W nach Amerika und sein Freund T zog vorübergehend ein. Ohne Freundin. Wir sahen T nicht oft. Aber wir hörten ihn. Sogar ein Tauber konnte sagen, ob dies auf der Treppe nun T oder nicht T ist. Aus T für Tim wurde T für Trampeltier.
T was busy. Schrecklich busy. Niemand von den anderen Mitbewohnern kannte T. Aber jeder hörte ihn. Doch plötzlich war es still. Für Tage und Wochen. Kein T mehr. Niemand wusste, wo T war. Böse Zungen behaupteten, er läge 3 Schritte entfernt tot hinter der Tür. Doch dann kam Trampeltier zurück. Und irgendwie waren alle erleichtert.
Dann ging T. Denn W kam zurück. Und mit ihm seine Freundin. Und ja, wir verstehen, das W und seine Freundin was nachzuholen haben. Deshalb läuft das Radio wieder öfters und lauter.
* Einführung zur Kromstraat 33: Siehe Artikel-Serie vom September 2007
Trampeltier und Rammeltier
Das Haus an der Kromstraat 33* ist alt und ringhörig. Das war selten ein Problem. Bis Annemieks Mitbewohner W eine neue Freundin bekam. Und seit dann lief das Radio etwas öfters und etwas lauter. Dann ging W nach Amerika und sein Freund T zog vorübergehend ein. Ohne Freundin. Wir sahen T nicht oft. Aber wir hörten ihn. Sogar ein Tauber konnte sagen, ob dies auf der Treppe nun T oder nicht T ist. Aus T für Tim wurde T für Trampeltier.
T was busy. Schrecklich busy. Niemand von den anderen Mitbewohnern kannte T. Aber jeder hörte ihn. Doch plötzlich war es still. Für Tage und Wochen. Kein T mehr. Niemand wusste, wo T war. Böse Zungen behaupteten, er läge 3 Schritte entfernt tot hinter der Tür. Doch dann kam Trampeltier zurück. Und irgendwie waren alle erleichtert.
Dann ging T. Denn W kam zurück. Und mit ihm seine Freundin. Und ja, wir verstehen, das W und seine Freundin was nachzuholen haben. Deshalb läuft das Radio wieder öfters und lauter.
* Einführung zur Kromstraat 33: Siehe Artikel-Serie vom September 2007
2008-01-06
Mal eine Meldung der modischen Art:
Heute Mittag habe ich, kann es selber nicht glauben, nach etwa 10 Jahren wieder mal ne Jeans gekauft. Eigentlich wollte ich ja schreiben, dass ich seit etwa 10 Jahren keine Jeans mehr getragen habe. Aber das kann ich selber eigentlich gar nicht glauben. Obwohl, wahr könnte es sein. Oder auch nicht. Besass bis zum ominösen Kauf nur ein Paar Jeans. Ganz hinter im Schrank in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern. Je getragen in diesem Jahrtausend? Sicher nicht. Aber vielleicht mal anprobiert und überlegt, ob ich sie wegwerfen sollte? Ja, diese Möglichkeit besteht. Wahrheit ist kompliziert. Will ja nicht hier in aller Öffentlichkeit Lügen verbreiten. Hätte nie gedacht, das mir je eine Jeans Kopfzerbrechen bereitet könnte.
Ähm, so nebenbei: Sind Jeans eigentlich in Mode?
Jeans und die Wahrheit.
Mal eine Meldung der modischen Art:
Heute Mittag habe ich, kann es selber nicht glauben, nach etwa 10 Jahren wieder mal ne Jeans gekauft. Eigentlich wollte ich ja schreiben, dass ich seit etwa 10 Jahren keine Jeans mehr getragen habe. Aber das kann ich selber eigentlich gar nicht glauben. Obwohl, wahr könnte es sein. Oder auch nicht. Besass bis zum ominösen Kauf nur ein Paar Jeans. Ganz hinter im Schrank in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern. Je getragen in diesem Jahrtausend? Sicher nicht. Aber vielleicht mal anprobiert und überlegt, ob ich sie wegwerfen sollte? Ja, diese Möglichkeit besteht. Wahrheit ist kompliziert. Will ja nicht hier in aller Öffentlichkeit Lügen verbreiten. Hätte nie gedacht, das mir je eine Jeans Kopfzerbrechen bereitet könnte.
Ähm, so nebenbei: Sind Jeans eigentlich in Mode?
2008-01-01

Doe maar gewoon, dan doe je al gek genoeg
(Sei normal, dann bist du verrückt genug)
- Niederländisches Sprichwort
Szene 1: Erster Morgen im neuen Jahr, halb elf, Kromstraat 33.
Personen: Annemiek, Benjamin. Ausgeschlafen und zugleich verschlafen, im Bett
A: Hey, gehn wir zum Nieuwjaarsduik?
B (zu sich selber): Spinnt die?
B (laut): Jep, wieso nicht?
*Beide springen aus dem Bett*
Szene 2: Zug von Delft nach Den Haag
Personen: Die beiden vorherigen
B (zu sich selber): Wieso tu ich mir das an? Meine Vorsätze für 2008 waren doch ganz anders
A (nachdem sie Benjamins Gedanken gelesen hat): Das wird bestimmt super. Da kommen ganz viele Leute verkleidet. Als Brautpaar. Oder was auch immer.
B: (zu sich selber): Wieso bin ich so ein 'Aansteller'?
B: (laut): Bin ich ein Aansteller?
A: (Blick ohne Worte)
*Beide blicken aus dem Fenster*
Szene 3: Tram von Den Haag nach Scheveningen
Personen: Die beiden vorherigen, dazu jugendliche Holländer
B: Warum riecht es hier so nach Alkohol?
A: Warum pilgern Holländer nach einer langen Nacht im Bademantel zum Strand und springen hinein?
*Alle steigen aus*
Szene 4: Promenade Scheveningen. Grosser Volksaufmarsch
Personen: Die vorigen, dazu noch mehr junge Waaghalsige und alte Zuschauer
B: Warum steht hier überall 'Unox'?
A: Na ja...
B: Ist das nicht der Dosenwürstchen Produzent?
A: Ja ...
B (findet gerade hinaus, dass man sowas wie 'Eintritt' zahlen muss): Wieso soll ich 2€ bezahlen damit ich mich in die Fluten werfe?
A: Nächstes Jahr gehen wir zur Alternativ-Veranstaltung
*Masse strömt zum Stand*
Szene 5: Strand Scheveningen, 5 vor 12
Personen: Viele, viele Menschen. Alle mit orangen Mützen, auf denen Unox steht
Die schon im Badekostüm (herumhüpfend): Uaaa, kaaalt
Die noch angezogenen (sich schnell ausziehend): Uaaa, das wird kaaalt
*Masse rennt zum Wasser*
Szene 6: Strand Scheveningen, verdächtig nah beim Wasser, 1 vor 12
Personen: Die vorigen
Alle (zu sich selber): Wir sind Niederländer. Alleine sind wir normal, aber in der Gruppen sind wird 'gek'
Lautsprecher: 20, 19, 18, ...
Alle (laut): … 4, 3, 2, 1
Alle (ins Wasser springend, wie Schafe blökend): Geeeeeek, Geeeeeek, ..... kaaaaalt, kaaaaalt
*Masse verlässt fluchtartig die Szene*
Szene 7: Strand Scheveningen, sichere Distanz zum Wasser
Personen: Die vorigen, die meisten Unox-Erbsensuppe mit Fleischstücken schlürfend
A: Und?
B: Gek
Illustrationen: in der Galerie
Nieuwjaarsduik 2008

Doe maar gewoon, dan doe je al gek genoeg
(Sei normal, dann bist du verrückt genug)
- Niederländisches Sprichwort
Szene 1: Erster Morgen im neuen Jahr, halb elf, Kromstraat 33.
Personen: Annemiek, Benjamin. Ausgeschlafen und zugleich verschlafen, im Bett
A: Hey, gehn wir zum Nieuwjaarsduik?
B (zu sich selber): Spinnt die?
B (laut): Jep, wieso nicht?
*Beide springen aus dem Bett*
Szene 2: Zug von Delft nach Den Haag
Personen: Die beiden vorherigen
B (zu sich selber): Wieso tu ich mir das an? Meine Vorsätze für 2008 waren doch ganz anders
A (nachdem sie Benjamins Gedanken gelesen hat): Das wird bestimmt super. Da kommen ganz viele Leute verkleidet. Als Brautpaar. Oder was auch immer.
B: (zu sich selber): Wieso bin ich so ein 'Aansteller'?
B: (laut): Bin ich ein Aansteller?
A: (Blick ohne Worte)
*Beide blicken aus dem Fenster*
Szene 3: Tram von Den Haag nach Scheveningen
Personen: Die beiden vorherigen, dazu jugendliche Holländer
B: Warum riecht es hier so nach Alkohol?
A: Warum pilgern Holländer nach einer langen Nacht im Bademantel zum Strand und springen hinein?
*Alle steigen aus*
Szene 4: Promenade Scheveningen. Grosser Volksaufmarsch
Personen: Die vorigen, dazu noch mehr junge Waaghalsige und alte Zuschauer
B: Warum steht hier überall 'Unox'?
A: Na ja...
B: Ist das nicht der Dosenwürstchen Produzent?
A: Ja ...
B (findet gerade hinaus, dass man sowas wie 'Eintritt' zahlen muss): Wieso soll ich 2€ bezahlen damit ich mich in die Fluten werfe?
A: Nächstes Jahr gehen wir zur Alternativ-Veranstaltung
*Masse strömt zum Stand*
Szene 5: Strand Scheveningen, 5 vor 12
Personen: Viele, viele Menschen. Alle mit orangen Mützen, auf denen Unox steht
Die schon im Badekostüm (herumhüpfend): Uaaa, kaaalt
Die noch angezogenen (sich schnell ausziehend): Uaaa, das wird kaaalt
*Masse rennt zum Wasser*
Szene 6: Strand Scheveningen, verdächtig nah beim Wasser, 1 vor 12
Personen: Die vorigen
Alle (zu sich selber): Wir sind Niederländer. Alleine sind wir normal, aber in der Gruppen sind wird 'gek'
Lautsprecher: 20, 19, 18, ...
Alle (laut): … 4, 3, 2, 1
Alle (ins Wasser springend, wie Schafe blökend): Geeeeeek, Geeeeeek, ..... kaaaaalt, kaaaaalt
*Masse verlässt fluchtartig die Szene*
Szene 7: Strand Scheveningen, sichere Distanz zum Wasser
Personen: Die vorigen, die meisten Unox-Erbsensuppe mit Fleischstücken schlürfend
A: Und?
B: Gek
Illustrationen: in der Galerie
2007-12-15
Ab und zu möchte ich darlegen, welche Probleme mit im Alltag beschäftigen. Nehmen wir da zum Beispiel Einkaufen. Holländer sind Sparfüchse. Schlimmer als die Schotten. Ich kenne zwar keinen solchen, aber viele Holländer die kreuz und quer durch die Stadt rennen nur um 10 Cent zu sparen. Und Erwachsene Menschen mit einem guten Lohn welche im Cafe aufstehen und auf die Strasse hinauslaufen, nur weil dort einer Gratismüsterchen (50g) von einem neuen Müsli verteilt. Wo es viele knauserige Leute gibt, gibt es natürlich auch Aldi und Lidl. Das Toilettenpapier beispielsweise ist sch****billig, aber dafür so dünn dass die Hände auch mal voller Sch***** sind. Ich tue mir und Leuten denen ich die Hände reich das nicht an und kaufe Toilettenpapier und auch alles andere anderswo.
Eigentlich gibt es viele Supermärkte, hier in Delft ist die Auswahl jedoch etwas beschränkt. Zum Beispiel gibt es noch den C1000. Anständige Preise, fortschrittlich (Selbstscan-Kassen) und lange offen. Aber die Qualität ist, Geiz-ist-geil-Mentalität sei Dank, auch nicht der Hammer. Schöne Äpfel gibt es nicht und die Tomaten sind eher grün als rot.
Aber ich will nicht nur klagen, es gibt auch den AH. Ich finde den Albert Heijn gut. Nur rümpfen viele Leute die Nase, wenn ich sagen, dass ich am liebsten dort einkaufe. Reicher Schweizer, meinen sie dann. Als ob der AH eine Luxuskette wäre. Schliesslich gibt es den mehr oder weniger in jedem Dorf. Was kann ich dafür, dass die Appelflappen oder Amandelbroodjes (Nussstangen) hier 50% teuer sind als anderswo, dafür aber so gut, dass ich mindestens ein Dutzend Stück pro Woche vertilge.
Aber alles heile Welt ist der Albert Heijn nicht. Der Convenience Food Trend treibt auch hier seltsame Blüten. Gewisse Leute scheinen heutzutage (sorry wenn ich wie ein Opa rede) nicht mehr fähig zu sein, einen Apfel oder eine Kartoffel selber schälen zu können. Na ja, mir ist es eigentlich egal. Bis auf die Sache mit den Vegi-Gerichten. Habe 88 Fertigprodukte gezählt - nicht Fertigsaucen oder tiefgekühlte Pizzas, sondern 'frische Fertigprodukte' (sofern das keinen Widerspruch ist). Und genau drei davon waren vegetarisch. Und dass eines von den drei aus 60% Ei bestand lass ich mal weg. Selbst im billigen Stamppot (gestampfte Kartoffeln und Gemüse, bei den Fertigprodukten gibt es vier Linien: Exzellent, gut, normal und billig) hat es noch 2% Speck drin. Macht wohl pro Kilo ein halbes Dutzend Würfelchen. Und dann gibt es die Gemüsesuppe aus Hühnerbouillon. Ich war nahe daran, den Albert Heijn und besonders den Produktmanager laut zu verfluchen.
Übrigens: Holländische Einkaufsregale sind öfters mal leer. Fast wie im alten Russland. Dachte immer, die Niederländer wären Logistikweltmeister. Denkste. Obwohl immer Heerscharen von Leuten beschäftigt sind die Regale zu füllen. Erklärung? Habe ich (noch) keine. Ausserdem: Kartonschachteln landen nicht im Altpapier sondern in ner Ecke beim Eingang. Die Kunden packen dann ihre Einkäufe da rein. Damit sie keine Einkaufstasche mitnehmen oder - Gott bewahre - kaufen müssen.
Toilettenpapier für Sparfüchse. Oder: 85:3 für Karnivore
Ab und zu möchte ich darlegen, welche Probleme mit im Alltag beschäftigen. Nehmen wir da zum Beispiel Einkaufen. Holländer sind Sparfüchse. Schlimmer als die Schotten. Ich kenne zwar keinen solchen, aber viele Holländer die kreuz und quer durch die Stadt rennen nur um 10 Cent zu sparen. Und Erwachsene Menschen mit einem guten Lohn welche im Cafe aufstehen und auf die Strasse hinauslaufen, nur weil dort einer Gratismüsterchen (50g) von einem neuen Müsli verteilt. Wo es viele knauserige Leute gibt, gibt es natürlich auch Aldi und Lidl. Das Toilettenpapier beispielsweise ist sch****billig, aber dafür so dünn dass die Hände auch mal voller Sch***** sind. Ich tue mir und Leuten denen ich die Hände reich das nicht an und kaufe Toilettenpapier und auch alles andere anderswo.
Eigentlich gibt es viele Supermärkte, hier in Delft ist die Auswahl jedoch etwas beschränkt. Zum Beispiel gibt es noch den C1000. Anständige Preise, fortschrittlich (Selbstscan-Kassen) und lange offen. Aber die Qualität ist, Geiz-ist-geil-Mentalität sei Dank, auch nicht der Hammer. Schöne Äpfel gibt es nicht und die Tomaten sind eher grün als rot.
Aber ich will nicht nur klagen, es gibt auch den AH. Ich finde den Albert Heijn gut. Nur rümpfen viele Leute die Nase, wenn ich sagen, dass ich am liebsten dort einkaufe. Reicher Schweizer, meinen sie dann. Als ob der AH eine Luxuskette wäre. Schliesslich gibt es den mehr oder weniger in jedem Dorf. Was kann ich dafür, dass die Appelflappen oder Amandelbroodjes (Nussstangen) hier 50% teuer sind als anderswo, dafür aber so gut, dass ich mindestens ein Dutzend Stück pro Woche vertilge.
Aber alles heile Welt ist der Albert Heijn nicht. Der Convenience Food Trend treibt auch hier seltsame Blüten. Gewisse Leute scheinen heutzutage (sorry wenn ich wie ein Opa rede) nicht mehr fähig zu sein, einen Apfel oder eine Kartoffel selber schälen zu können. Na ja, mir ist es eigentlich egal. Bis auf die Sache mit den Vegi-Gerichten. Habe 88 Fertigprodukte gezählt - nicht Fertigsaucen oder tiefgekühlte Pizzas, sondern 'frische Fertigprodukte' (sofern das keinen Widerspruch ist). Und genau drei davon waren vegetarisch. Und dass eines von den drei aus 60% Ei bestand lass ich mal weg. Selbst im billigen Stamppot (gestampfte Kartoffeln und Gemüse, bei den Fertigprodukten gibt es vier Linien: Exzellent, gut, normal und billig) hat es noch 2% Speck drin. Macht wohl pro Kilo ein halbes Dutzend Würfelchen. Und dann gibt es die Gemüsesuppe aus Hühnerbouillon. Ich war nahe daran, den Albert Heijn und besonders den Produktmanager laut zu verfluchen.
Übrigens: Holländische Einkaufsregale sind öfters mal leer. Fast wie im alten Russland. Dachte immer, die Niederländer wären Logistikweltmeister. Denkste. Obwohl immer Heerscharen von Leuten beschäftigt sind die Regale zu füllen. Erklärung? Habe ich (noch) keine. Ausserdem: Kartonschachteln landen nicht im Altpapier sondern in ner Ecke beim Eingang. Die Kunden packen dann ihre Einkäufe da rein. Damit sie keine Einkaufstasche mitnehmen oder - Gott bewahre - kaufen müssen.
2007-11-09
Als richtiger Schweizer habe ich doch sicherlich stets ein Sackmesser in der Hosentasche, muss ich mir ab und zu anhören lassen. Hab ich natürlich nicht, höchstens eine Japanische Taschenuhr hab ich dort, aber das sage ich lieber nicht, sonst wackle ich nur zu fest am verklärten Weltbild des Fragenden.
Als richtiger Ingenieur habe ich doch sicherlich einen Lötkolben. Falsch. Nun, war falsch, denn seit heute habe ich einen. Annemieks Audiokabel hatte einen Wackelkontakt. Die Diagnose war schnell gemacht, da muss ein neuer Stecker hin. Was dann folgte ist klar; der Blick meiner Freundin und die unausgesprochene Frage, dass kannst du doch sicher reparieren. Ähm, ja, kann ich. Oder könnte. Wenn ich nicht zwei linke Hände (sagt jedenfalls mein Bruder seit Jahren) und dafür einen Lötkolben hätte. Dass ich während meinem ganzen Studium nur einmal so ein Ding in meinen Fingern hatte will natürlich niemand glauben. Stimmt aber.
Also, ab in den Handwerkershop. Da stehe ich vor dem Regal und der Frage: Billigmarke oder Qualitätsprodukt? 15 Watt oder 25, 60 oder gar 120? Simples Model oder Hightech Lötpistole? Bald bin ich 30€ ärmer dafür stolzer Besitzer eines 15W-Modeles (will ja keine Rohe zusammenlöten) plus diversem Zubehör. Nur eine Entlötpumpe hatten sie nicht. Das Stück Plastik kostet mich anderswo nochmals 15€. Zusammen mit dem neune Stecker für 95 Cent macht das 36 Euro, um ein Kabel von 10 Euro Wert zu reparieren. Aber natürlich muss berücksichtigt werden, dass es darum geht, meine Ehre als Ingenieur zu retten. Und dafür sind mir 36 Euro nicht zu schade.
Die zu verlötenden Kabel sind so klein und dünn, ne echte Herausforderung. Frage mich, wie die fertigen Kabel produziert werden. Sicherlich durch Kinderarbeit, Erwachsene haben für diese Filigranarbeit zu grosse Hände. Nehme mir vor, beim nächsten Kabelkauf den Verkäufer darauf anzusprechen.
Nach knapp 30 Minuten bin ich high von den Dämpfen des Lots, aber es ist geschafft: Kabel repariert, Stecker sitzt. Annemiek ist stolz auf mich. Und wenn ich jetzt noch diese Masterarbeit hinkriege, ja, dann bin ich ein richtiger Ingenieur.
Ein richtiger Ingenieur
Als richtiger Schweizer habe ich doch sicherlich stets ein Sackmesser in der Hosentasche, muss ich mir ab und zu anhören lassen. Hab ich natürlich nicht, höchstens eine Japanische Taschenuhr hab ich dort, aber das sage ich lieber nicht, sonst wackle ich nur zu fest am verklärten Weltbild des Fragenden.
Als richtiger Ingenieur habe ich doch sicherlich einen Lötkolben. Falsch. Nun, war falsch, denn seit heute habe ich einen. Annemieks Audiokabel hatte einen Wackelkontakt. Die Diagnose war schnell gemacht, da muss ein neuer Stecker hin. Was dann folgte ist klar; der Blick meiner Freundin und die unausgesprochene Frage, dass kannst du doch sicher reparieren. Ähm, ja, kann ich. Oder könnte. Wenn ich nicht zwei linke Hände (sagt jedenfalls mein Bruder seit Jahren) und dafür einen Lötkolben hätte. Dass ich während meinem ganzen Studium nur einmal so ein Ding in meinen Fingern hatte will natürlich niemand glauben. Stimmt aber.
Also, ab in den Handwerkershop. Da stehe ich vor dem Regal und der Frage: Billigmarke oder Qualitätsprodukt? 15 Watt oder 25, 60 oder gar 120? Simples Model oder Hightech Lötpistole? Bald bin ich 30€ ärmer dafür stolzer Besitzer eines 15W-Modeles (will ja keine Rohe zusammenlöten) plus diversem Zubehör. Nur eine Entlötpumpe hatten sie nicht. Das Stück Plastik kostet mich anderswo nochmals 15€. Zusammen mit dem neune Stecker für 95 Cent macht das 36 Euro, um ein Kabel von 10 Euro Wert zu reparieren. Aber natürlich muss berücksichtigt werden, dass es darum geht, meine Ehre als Ingenieur zu retten. Und dafür sind mir 36 Euro nicht zu schade.
Die zu verlötenden Kabel sind so klein und dünn, ne echte Herausforderung. Frage mich, wie die fertigen Kabel produziert werden. Sicherlich durch Kinderarbeit, Erwachsene haben für diese Filigranarbeit zu grosse Hände. Nehme mir vor, beim nächsten Kabelkauf den Verkäufer darauf anzusprechen.
Nach knapp 30 Minuten bin ich high von den Dämpfen des Lots, aber es ist geschafft: Kabel repariert, Stecker sitzt. Annemiek ist stolz auf mich. Und wenn ich jetzt noch diese Masterarbeit hinkriege, ja, dann bin ich ein richtiger Ingenieur.
2007-11-01
Der tüchtige Leser weiss, dass ich momentan bei Annemiek wohne. Gemeinsam haben wir ein grosses Zimmer in einer 6er WG (mich nicht eingezählt). Das Zusammenleben auf kleinen Raum geht erstaunlich gut: Wir haben überhaupt nicht das Gefühl auf einander rumzuhocken – obwohl sie als ich noch oft zuhause arbeiten. Ganz im Gegenteil, wir geniessen das Zusammenleben sehr.
Trotzdem bin ich auf der Suche nach einem Zimmer, denn: das Haus ist einfach nicht für so viele Leute ausgelegt und ich bin und war immer nur Gast im Haus. Wer Mitbewohner werden will, muss nämlich eine Instemming über sich ergehen lassen und diese auch, darwinistisch ausgedrückt, „gewinnen“.
Aus aktuellem Anlass (ich bin ja bekanntlich auf WG-Zimmer-Suche) berichte ich nun, was so eine Instemming auf sich hat. Wird in einer WG ein Zimmer frei, dann wird dieses in der Regel ausgeschrieben, heutzutage natürlich im Internet. In der Anzeige steht dann das Übliche wie die Lage, der Preis, Zimmergrösse sowie andere Hinweise und Wünsche der Bewohner, wie Nichtraucher, Nicht-Vegetarier (was ich als Skandal empfinde), oder dass nur Frauen willkommen sind (kein Wunder in einer Stadt mit einer Technischen Uni). Mit ein paar netten Zeilen Prosa über einem selber zeigt man dann sein Interesse an dem freiwerdendem Zimmer. Wenn der Text nett genug war, wird man dann zum Abend der Entscheidung eingeladen.
Und da sitzt man dann, zusammen mit allen Kandidaten und den WG-Mitbewohnern in einer grossen Runde, mit der Mission, möglichst eine gute Falle zu machen, dass man am Ende der Ausgewählte sein wird, der Glückliche, der in ein paar Tagen oder Wochen in das Zimmer einziehen darf.
Es soll schon Instemmingen gegeben haben an der über 50 Kandidaten anwesend waren. Fünf bis 12 ist jedoch eher die Regel. Fast wie bei einer Casting-Show geben sich die Kandidaten mühe, lächeln, geben Antwort auf dumme und gescheite Fragen, reden über Musikstil, Studium, Sport und Trinkgewohnheiten. Immer fleissig Pluspunkte sammeln, ja nicht anecken. Nur die Kamera fehlt. Zwei bis drei Stunden Seelenstriptease später, wenn sich die Jury ein Bild gemacht hat, ist Schluss. Manchmal wird dann gleich hinter verschlossener Tür debattiert, manchmal heisst es, „wir rufen euch an“, was natürlich bei allen ausser einem Kandidaten nicht der Fall sein wird.
Wie so oft gilt auch hier: der zweite Gewinner ist der erste Verlierer. Man kann noch so gut, toll, spannend und freundlich sein. Einer der Bewerber ist vielleicht ein guter Freund eines Mitbewohners. Dieser betreibt Lobby und schon bist du nur noch Nummer zwei. Und immer noch zimmerlos.
Wenn mit dann Leute erzählen, dies sei ihr zehnte oder mehr Instemming, dann tun die mir schon Leid. Abgewiesen werden tut immer weh. Nun, ich hatte Glück im Unglück. Wurde bei meiner ersten Instemming auf Anhieb Nummer Zwei. Da aber auch zwei Zimmer frei wurden, kann ich eines haben. Zwar nur für zwei Monate, dafür ist es möbliert und die Leute sind super.
„Gewonnen“ hat übrigens jemand, der bereits dort wohnt, sein Zimmer aber abgeben muss, da er es nur zeitlich begrenzt hatte. Er durfte sich also in seiner eigenen WG bewerben. Instemmingen, so scheint es, haben ihre eignen Gesetzte.
Instemming – Vorstellungsgespräch für ein Zimmer
Der tüchtige Leser weiss, dass ich momentan bei Annemiek wohne. Gemeinsam haben wir ein grosses Zimmer in einer 6er WG (mich nicht eingezählt). Das Zusammenleben auf kleinen Raum geht erstaunlich gut: Wir haben überhaupt nicht das Gefühl auf einander rumzuhocken – obwohl sie als ich noch oft zuhause arbeiten. Ganz im Gegenteil, wir geniessen das Zusammenleben sehr.
Trotzdem bin ich auf der Suche nach einem Zimmer, denn: das Haus ist einfach nicht für so viele Leute ausgelegt und ich bin und war immer nur Gast im Haus. Wer Mitbewohner werden will, muss nämlich eine Instemming über sich ergehen lassen und diese auch, darwinistisch ausgedrückt, „gewinnen“.
Aus aktuellem Anlass (ich bin ja bekanntlich auf WG-Zimmer-Suche) berichte ich nun, was so eine Instemming auf sich hat. Wird in einer WG ein Zimmer frei, dann wird dieses in der Regel ausgeschrieben, heutzutage natürlich im Internet. In der Anzeige steht dann das Übliche wie die Lage, der Preis, Zimmergrösse sowie andere Hinweise und Wünsche der Bewohner, wie Nichtraucher, Nicht-Vegetarier (was ich als Skandal empfinde), oder dass nur Frauen willkommen sind (kein Wunder in einer Stadt mit einer Technischen Uni). Mit ein paar netten Zeilen Prosa über einem selber zeigt man dann sein Interesse an dem freiwerdendem Zimmer. Wenn der Text nett genug war, wird man dann zum Abend der Entscheidung eingeladen.
Und da sitzt man dann, zusammen mit allen Kandidaten und den WG-Mitbewohnern in einer grossen Runde, mit der Mission, möglichst eine gute Falle zu machen, dass man am Ende der Ausgewählte sein wird, der Glückliche, der in ein paar Tagen oder Wochen in das Zimmer einziehen darf.
Es soll schon Instemmingen gegeben haben an der über 50 Kandidaten anwesend waren. Fünf bis 12 ist jedoch eher die Regel. Fast wie bei einer Casting-Show geben sich die Kandidaten mühe, lächeln, geben Antwort auf dumme und gescheite Fragen, reden über Musikstil, Studium, Sport und Trinkgewohnheiten. Immer fleissig Pluspunkte sammeln, ja nicht anecken. Nur die Kamera fehlt. Zwei bis drei Stunden Seelenstriptease später, wenn sich die Jury ein Bild gemacht hat, ist Schluss. Manchmal wird dann gleich hinter verschlossener Tür debattiert, manchmal heisst es, „wir rufen euch an“, was natürlich bei allen ausser einem Kandidaten nicht der Fall sein wird.
Wie so oft gilt auch hier: der zweite Gewinner ist der erste Verlierer. Man kann noch so gut, toll, spannend und freundlich sein. Einer der Bewerber ist vielleicht ein guter Freund eines Mitbewohners. Dieser betreibt Lobby und schon bist du nur noch Nummer zwei. Und immer noch zimmerlos.
Wenn mit dann Leute erzählen, dies sei ihr zehnte oder mehr Instemming, dann tun die mir schon Leid. Abgewiesen werden tut immer weh. Nun, ich hatte Glück im Unglück. Wurde bei meiner ersten Instemming auf Anhieb Nummer Zwei. Da aber auch zwei Zimmer frei wurden, kann ich eines haben. Zwar nur für zwei Monate, dafür ist es möbliert und die Leute sind super.
„Gewonnen“ hat übrigens jemand, der bereits dort wohnt, sein Zimmer aber abgeben muss, da er es nur zeitlich begrenzt hatte. Er durfte sich also in seiner eigenen WG bewerben. Instemmingen, so scheint es, haben ihre eignen Gesetzte.
2007-10-28
Kurz beantwortet: Unter der Woche viel für den Abschluss arbeiten, jeden Tag eine Portion Sport (Unihockey oder Jogging) sowie eine Stunde Niederländisch (siehe andere Artikel). Klingt nach viel Routine, ist es irgendwie auch. Aber, es gibt ja noch die Wochenenden und das „Entdecke die Niederlande“-Programm (letzte zwei Wochen: Utrecht und Kinderdijk).
Was läuft so in Delft?
Kurz beantwortet: Unter der Woche viel für den Abschluss arbeiten, jeden Tag eine Portion Sport (Unihockey oder Jogging) sowie eine Stunde Niederländisch (siehe andere Artikel). Klingt nach viel Routine, ist es irgendwie auch. Aber, es gibt ja noch die Wochenenden und das „Entdecke die Niederlande“-Programm (letzte zwei Wochen: Utrecht und Kinderdijk).
2007-10-25
Teil 2: So lernt man heute
Früher, ich denke zurück an die Zeit als ich in der Schule Französisch lernen musste, dachte ich, Sprachen seien nix für mich. Ich wäre nicht sprachbegabt. Alles falsch. Wie ich nun feststellen musste, lag dies höchstens teilweise an mir, viel eher an der Methode.
Mit Grauen erinnere ich mich zurück, wie von mir erwartet wurde, ellenlange Listen auswendig zu lernen. Links das Wort auf Französisch, rechts auf Deutsch. Total stumpfsinnig.
Heute ist das glücklicherweise anders – sonst hätte ich das Holländisch lernen schon lange aufgegeben. In meinem Kurs wird die „Delft Methode“ verwendet, welche lernpsychologisch einen Quantensprung darstellt gegenüber meiner Schulzeit. Und das geht so: Das Buch ist unterteilt in kurze Kapitel, jeweils zu einem Alltagsthema, wie Einkaufen, Wohnen, Kochen, Freunde treffen, Reisen, und so weiter. Pro Kapitel gibt es einen Text, rund 25 Zeilen lang. Darin sind rund 50 Wörter neu und auf der gegenüberliegenden Seite erklärt. Mit der CD, welche dem Buch beiliegt, kann man sich nun den Text anhören. Zeile für Zeile oder alles am Stück. Zuerst wird zugehört und mitgelesen, bis man alles versteht. Sobald es soweit ist, kommt das Buch weg und es wird eine Stufe schwieriger (nur noch hören). In der nächsten Stufe wird einem der Text stückweise vorgelesen und das Verstandene muss getippt werden. Allen in allem lernt man so ziemlich schnell verstehen und schreiben.
Was ist nun das tolle an der Methode? Ich lerne nicht Wort für Wort, was aus diversen Gründen unsinnig ist, sondern gleich ganze Sätze, welche eh viel besser hängen bleiben. Und da jedes Kapitel eine kleine, zusammenhängende Geschichte ist, erinnert man sich viel besser daran als an ein Haufen zusammenhangsloser Worte. Und Wörter aus den vorherigen Kapiteln werden immer wieder gebraucht, somit repetiert man automatisch und die Wörter bleiben dann entsprechend besser im Gedächtnis.
Die Methode mag also sehr gut sein, nur die Art, wie sie an meinem Kurs verwendet wird, ist etwas happig. Meistens zwei Kapitel pro Lektion, und bei zwei Lektionen pro Woche ergibt das über 200 neue Wörter pro Woche. Dies wird zwar etwas gemildert durch die Tatsache, dass Substantive oft zweimal vorkommen (in der Ein- und Mehrzahl) und Verben gleich mehrmals (je nach Konjugation), es ist aber trotzdem eine relativ hohe Zahl. Für Deutsch sprechende Menschen geht das noch, für Südländer ist es schon echt schwer, und die Asiaten (von welchen es in Delft nur so wimmelt) ist es praktisch aussichtslos. Als wir beispielsweise die Monate lernten, musste die Chinesin zwölf neue, komplizierte Namen lernen – für Leute mit einer indogermanischen Muttersprache ging dies praktisch ohne Aufwand. Logische Konsequenz: Von den fünf Asiaten von der ersten Woche hat sich nur eine Chinesin durchgebissen – bis auch sie nach zwei Monaten die Flinte ins Korn warf. Und wer Asiaten kennt, der weiss, mit welcher Konsequenz und Disziplin die zur Sache gehen können.
Eine Sprache lernt man nicht durch dem Besuch der Lektionen – dies ist reine Ergänzung zum Selbststudium. Die Lektionen sind aber sehr wichtig um das Sprechen zu lernen. Wie es nun dort so zu und hergeht erfährst du im dritten und letzten Teil dieser Serie.
Ik spreek Nederlands - Teil 2
Teil 2: So lernt man heute
Früher, ich denke zurück an die Zeit als ich in der Schule Französisch lernen musste, dachte ich, Sprachen seien nix für mich. Ich wäre nicht sprachbegabt. Alles falsch. Wie ich nun feststellen musste, lag dies höchstens teilweise an mir, viel eher an der Methode.
Mit Grauen erinnere ich mich zurück, wie von mir erwartet wurde, ellenlange Listen auswendig zu lernen. Links das Wort auf Französisch, rechts auf Deutsch. Total stumpfsinnig.
Heute ist das glücklicherweise anders – sonst hätte ich das Holländisch lernen schon lange aufgegeben. In meinem Kurs wird die „Delft Methode“ verwendet, welche lernpsychologisch einen Quantensprung darstellt gegenüber meiner Schulzeit. Und das geht so: Das Buch ist unterteilt in kurze Kapitel, jeweils zu einem Alltagsthema, wie Einkaufen, Wohnen, Kochen, Freunde treffen, Reisen, und so weiter. Pro Kapitel gibt es einen Text, rund 25 Zeilen lang. Darin sind rund 50 Wörter neu und auf der gegenüberliegenden Seite erklärt. Mit der CD, welche dem Buch beiliegt, kann man sich nun den Text anhören. Zeile für Zeile oder alles am Stück. Zuerst wird zugehört und mitgelesen, bis man alles versteht. Sobald es soweit ist, kommt das Buch weg und es wird eine Stufe schwieriger (nur noch hören). In der nächsten Stufe wird einem der Text stückweise vorgelesen und das Verstandene muss getippt werden. Allen in allem lernt man so ziemlich schnell verstehen und schreiben.
Was ist nun das tolle an der Methode? Ich lerne nicht Wort für Wort, was aus diversen Gründen unsinnig ist, sondern gleich ganze Sätze, welche eh viel besser hängen bleiben. Und da jedes Kapitel eine kleine, zusammenhängende Geschichte ist, erinnert man sich viel besser daran als an ein Haufen zusammenhangsloser Worte. Und Wörter aus den vorherigen Kapiteln werden immer wieder gebraucht, somit repetiert man automatisch und die Wörter bleiben dann entsprechend besser im Gedächtnis.
Die Methode mag also sehr gut sein, nur die Art, wie sie an meinem Kurs verwendet wird, ist etwas happig. Meistens zwei Kapitel pro Lektion, und bei zwei Lektionen pro Woche ergibt das über 200 neue Wörter pro Woche. Dies wird zwar etwas gemildert durch die Tatsache, dass Substantive oft zweimal vorkommen (in der Ein- und Mehrzahl) und Verben gleich mehrmals (je nach Konjugation), es ist aber trotzdem eine relativ hohe Zahl. Für Deutsch sprechende Menschen geht das noch, für Südländer ist es schon echt schwer, und die Asiaten (von welchen es in Delft nur so wimmelt) ist es praktisch aussichtslos. Als wir beispielsweise die Monate lernten, musste die Chinesin zwölf neue, komplizierte Namen lernen – für Leute mit einer indogermanischen Muttersprache ging dies praktisch ohne Aufwand. Logische Konsequenz: Von den fünf Asiaten von der ersten Woche hat sich nur eine Chinesin durchgebissen – bis auch sie nach zwei Monaten die Flinte ins Korn warf. Und wer Asiaten kennt, der weiss, mit welcher Konsequenz und Disziplin die zur Sache gehen können.
Eine Sprache lernt man nicht durch dem Besuch der Lektionen – dies ist reine Ergänzung zum Selbststudium. Die Lektionen sind aber sehr wichtig um das Sprechen zu lernen. Wie es nun dort so zu und hergeht erfährst du im dritten und letzten Teil dieser Serie.
2007-10-21
Teil 1: Was, wieso, warum und überhaupt
Wie ich in der Ukraine oder Spanien feststellen musste, kommt man in einigen Ländern ohne die Landesprache nicht weit. Anders in Holland - selbst ein ungebildeter Hilfsarbeiter spricht mehr als nur ein paar Brocken Englisch. Und die allermeisten Menschen, mit denen ich es zu tun habe, sprechen die Weltsprache fliessend.
Auch ohne Holländisch kann man hier sehr guten leben – trotzdem, es macht einfach mehr Spass wenn man die Sprache beherrscht. Deshalb besuche ich zweimal die Woche einen Holländisch-Kurs. Und lerne zusätzlich an den anderen Tagen so im Schnitt eine Stunde zuhause.
Anfangs dachte ich, ne Stunde pro Tag, das liegt drin. Aber es ist mehr als man denkt – lässt man mal das Lernen für einen Tag aus, heisst dies morgen nachholen. Und dann sind es schon zwei Stunden. Phu….
Es ist ja nicht so, dass ich nicht genug zu tun hätte. Aber ich will wirklich Holländisch lernen. Man findet einfacher Freunde, hat mehr Teil am Leben, kann dank Zeitung und Fernseher verfolgen was so läuft und falls ich hier mal einen Job will, hilft es sicher auch.
Niederländisch lernen ist nicht schwer. Einfach ist es auch nicht. Deutsch zu können hilft sehr, aber man muss nicht meinen, es kommt von selbst. Je hoort er nauwelijks geluid van buiten? Kannst du das übersetzten? Versuch doch mal! Sei etwas kreativ, welche deutschen Wörter klingen ähnlich? Wenn du nicht drauf kommst: Hier ist die Lösung. Aaaah, das ist ja einfach, magst du jetzt vielleicht denken. Ja klar, jetzt wo die Lösung weist. Aber selber darauf kommen? Und dann innert Sekunden antworten? Chinesisch, Russisch, Suaheli oder Indisch mögen schwieriger sein, ganz so einfach ist Niederländisch aber auch nicht.
Also, tot ziens!
Ik spreek Nederlands - Teil 1
Teil 1: Was, wieso, warum und überhaupt
Wie ich in der Ukraine oder Spanien feststellen musste, kommt man in einigen Ländern ohne die Landesprache nicht weit. Anders in Holland - selbst ein ungebildeter Hilfsarbeiter spricht mehr als nur ein paar Brocken Englisch. Und die allermeisten Menschen, mit denen ich es zu tun habe, sprechen die Weltsprache fliessend.
Auch ohne Holländisch kann man hier sehr guten leben – trotzdem, es macht einfach mehr Spass wenn man die Sprache beherrscht. Deshalb besuche ich zweimal die Woche einen Holländisch-Kurs. Und lerne zusätzlich an den anderen Tagen so im Schnitt eine Stunde zuhause.
Anfangs dachte ich, ne Stunde pro Tag, das liegt drin. Aber es ist mehr als man denkt – lässt man mal das Lernen für einen Tag aus, heisst dies morgen nachholen. Und dann sind es schon zwei Stunden. Phu….
Es ist ja nicht so, dass ich nicht genug zu tun hätte. Aber ich will wirklich Holländisch lernen. Man findet einfacher Freunde, hat mehr Teil am Leben, kann dank Zeitung und Fernseher verfolgen was so läuft und falls ich hier mal einen Job will, hilft es sicher auch.
Niederländisch lernen ist nicht schwer. Einfach ist es auch nicht. Deutsch zu können hilft sehr, aber man muss nicht meinen, es kommt von selbst. Je hoort er nauwelijks geluid van buiten? Kannst du das übersetzten? Versuch doch mal! Sei etwas kreativ, welche deutschen Wörter klingen ähnlich? Wenn du nicht drauf kommst: Hier ist die Lösung. Aaaah, das ist ja einfach, magst du jetzt vielleicht denken. Ja klar, jetzt wo die Lösung weist. Aber selber darauf kommen? Und dann innert Sekunden antworten? Chinesisch, Russisch, Suaheli oder Indisch mögen schwieriger sein, ganz so einfach ist Niederländisch aber auch nicht.
Also, tot ziens!
2007-10-16

Was für ein Saisonstart - für mein Team sowie für mich.
Zwei Spiele, zwei Siege. Vor allem der Erfolg gegen die 'Floorball Agents' aus Amsterdam war extrem wichtig, da diese in den letzten beiden Jahren knapp vor meinem Team (HDM Den Haag) Meister wurden. Dieses Jahr soll es anders werden, und mit einem 6:3 Sieg im Direktduell haben wir den Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt.
Aber auch für mich persönlich lief es sehr gut, jedenfalls wenn man einen Blick auf die Skorerliste wirft (siehe Bild). Da stehe ich nach zwei Runden auf dem ersten Platz, mit drei Toren und fünf Assist in zwei Spielen. Da es schnell vorbei sein kann mit der Herrlichkeit, freue ich mich über die Spitzenposition solange ich noch da oben stehe und mache jetzt schnell ein Beweissfoto.
Update: Und so sieht es nach drei respektive sieben Runden aus.
Ein Bild für die Ewigkeit

Was für ein Saisonstart - für mein Team sowie für mich.
Zwei Spiele, zwei Siege. Vor allem der Erfolg gegen die 'Floorball Agents' aus Amsterdam war extrem wichtig, da diese in den letzten beiden Jahren knapp vor meinem Team (HDM Den Haag) Meister wurden. Dieses Jahr soll es anders werden, und mit einem 6:3 Sieg im Direktduell haben wir den Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt.
Aber auch für mich persönlich lief es sehr gut, jedenfalls wenn man einen Blick auf die Skorerliste wirft (siehe Bild). Da stehe ich nach zwei Runden auf dem ersten Platz, mit drei Toren und fünf Assist in zwei Spielen. Da es schnell vorbei sein kann mit der Herrlichkeit, freue ich mich über die Spitzenposition solange ich noch da oben stehe und mache jetzt schnell ein Beweissfoto.
Update: Und so sieht es nach drei respektive sieben Runden aus.
2007-10-06
Ich war ja schon 8 Monate hier, im 2006. Aber manchmal, da frage ich mich, was ich eigentlich die ganze Zeit hier gemacht habe. War nie wirklich in Amsterdam. Auch nicht in Gauda, wo der berühmte Käse verkommt. Oder bei den Windmühlen. Holzschuhe habe ich auch nie angehabt. Oder ein Ajax oder PSV Fussballspiel live mitverfolgt? Fehlanzeige.
Das soll sich jetzt ändern. Deshalb haben Annemiek und ich das „Entdecke die Niederlande“-Programm gestartet. Jedes Wochenende geht es irgendwohin. Zu den typischen Touri-Destinationen, aber auch dorthin, wo sich nur echte Holländer wagen. Von allem etwas. Unsere ersten beiden Destinationen sind da ein gutes Beispiel. In Amsterdam den süssen Duft der 1001 Coffeeshops gerochen, an den Grachten entlang geschlendert und an den Fenstern mit den Fräuleins vorbei. Szenenwechsel, Dordrecht. Über Deiche und Polder und auf versumpften Waldpfaden. Junge und alte Wanderer, verrückte Velofahrer, Langdistanz-Jogger, viele spielende Hunde, ein jagender Hund und ein gejagtes Reh. Mehr Natur als ich gedacht hätte, obwohl, bis nur nächsten asphaltierten Strasse ist es nie mehr als 500 Meter. Man nimmt was man hat.
Bin gespannt, auf Museumsbesuche, Segeltouren, Wanderungen, Beizentouren, Blumenpflücken, Velofahrten und alles andere, was dieses Land so zu bieten hat.
Entdecke die Niederlande
Ich war ja schon 8 Monate hier, im 2006. Aber manchmal, da frage ich mich, was ich eigentlich die ganze Zeit hier gemacht habe. War nie wirklich in Amsterdam. Auch nicht in Gauda, wo der berühmte Käse verkommt. Oder bei den Windmühlen. Holzschuhe habe ich auch nie angehabt. Oder ein Ajax oder PSV Fussballspiel live mitverfolgt? Fehlanzeige.
Das soll sich jetzt ändern. Deshalb haben Annemiek und ich das „Entdecke die Niederlande“-Programm gestartet. Jedes Wochenende geht es irgendwohin. Zu den typischen Touri-Destinationen, aber auch dorthin, wo sich nur echte Holländer wagen. Von allem etwas. Unsere ersten beiden Destinationen sind da ein gutes Beispiel. In Amsterdam den süssen Duft der 1001 Coffeeshops gerochen, an den Grachten entlang geschlendert und an den Fenstern mit den Fräuleins vorbei. Szenenwechsel, Dordrecht. Über Deiche und Polder und auf versumpften Waldpfaden. Junge und alte Wanderer, verrückte Velofahrer, Langdistanz-Jogger, viele spielende Hunde, ein jagender Hund und ein gejagtes Reh. Mehr Natur als ich gedacht hätte, obwohl, bis nur nächsten asphaltierten Strasse ist es nie mehr als 500 Meter. Man nimmt was man hat.
Bin gespannt, auf Museumsbesuche, Segeltouren, Wanderungen, Beizentouren, Blumenpflücken, Velofahrten und alles andere, was dieses Land so zu bieten hat.
2007-09-29
Jeder der auch nur ein bisschen verfolgt, was in der Welt so läuft, hört in diesen Tagen die unschönen Nachrichten aus Burma.
Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die letzten Staaten ihre Diktatoren und/oder Generäle absetzten und zur Demokratie übergehen. Als eine historische Entwicklung (wie die Globalisierung) sehe ich das. Kommt überall, früher oder später, friedlicher oder blutiger, aber sie kommt.
Ich drücke jeder Nation den Daumen, die daran ist, den Schritt zu tun. Besonders den Burmesen würde ich es gönnen – habe ich doch letzten Winter ihr Land bereist und dort die freundlichsten Menschen auf Erden kennen gelernt.
Auch in der Ukraine habe ich gesehen, was ein schlechtes System dem Menschen antun kann. Einerseits denke ich dann, nun, da muss man nun durch, das ist ein Teil der Geschichte oder des Schicksal dieses Landes. Aber es tut auch sehr weh in meiner Seele wenn man so sieht, wie wenig Wert in gewissen Ländern ein Menschenleben hat. Und wie wenig es gewisse Menschen kümmert, ob andere Leute mit Respekt und Würde oder halt im Dreck leben. Solange es mir selber gut geht.
Eigentlich wollte ich nur kurz mitteilen, dass Annemiek und ich am Samstag mit rund 150 anderen Leuten, je etwa zur Hälfte Exil-Burmesen und Holländer, mit Transparenten durch die Strassen von Amsterdam gezogen sind um für ein freies Burma zu demonstrieren.
Obwohl ich früher, zumindest mit meinen Ideen, doch oftmals etwas rebellisch gesinnt war, war dies nun meine erste Demonstration. Klein und überschaubar. Eine, wo man hin geht, weil die Sache einem am Herzen liegt, und nicht weil es in ist, gegen dies oder jenes zu sein.
Am Ende des Umzuges gab es natürlich noch eine paar Reden. Einige waren gut, andere irgendwo zwischen eher und nur peinlich. Viel Applaus und „Free Burma“ Rufe gab es aber immer.
Bin ich froh, dabei gewesen zu sein? Habe ich was bewirkt? Geht es mir oder der Welt besser? Darf ich nun wieder nach Burma reisen? Habe ich ein reineres Gewissen? Keine Ahnung. Nicht dass ich mir keine Gedanken machen, aber mir fallen echt keine guten Antworten ein.
Freies Burma – Demonstration in Amsterdam
Jeder der auch nur ein bisschen verfolgt, was in der Welt so läuft, hört in diesen Tagen die unschönen Nachrichten aus Burma.
Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die letzten Staaten ihre Diktatoren und/oder Generäle absetzten und zur Demokratie übergehen. Als eine historische Entwicklung (wie die Globalisierung) sehe ich das. Kommt überall, früher oder später, friedlicher oder blutiger, aber sie kommt.
Ich drücke jeder Nation den Daumen, die daran ist, den Schritt zu tun. Besonders den Burmesen würde ich es gönnen – habe ich doch letzten Winter ihr Land bereist und dort die freundlichsten Menschen auf Erden kennen gelernt.
Auch in der Ukraine habe ich gesehen, was ein schlechtes System dem Menschen antun kann. Einerseits denke ich dann, nun, da muss man nun durch, das ist ein Teil der Geschichte oder des Schicksal dieses Landes. Aber es tut auch sehr weh in meiner Seele wenn man so sieht, wie wenig Wert in gewissen Ländern ein Menschenleben hat. Und wie wenig es gewisse Menschen kümmert, ob andere Leute mit Respekt und Würde oder halt im Dreck leben. Solange es mir selber gut geht.
Eigentlich wollte ich nur kurz mitteilen, dass Annemiek und ich am Samstag mit rund 150 anderen Leuten, je etwa zur Hälfte Exil-Burmesen und Holländer, mit Transparenten durch die Strassen von Amsterdam gezogen sind um für ein freies Burma zu demonstrieren.
Obwohl ich früher, zumindest mit meinen Ideen, doch oftmals etwas rebellisch gesinnt war, war dies nun meine erste Demonstration. Klein und überschaubar. Eine, wo man hin geht, weil die Sache einem am Herzen liegt, und nicht weil es in ist, gegen dies oder jenes zu sein.
Am Ende des Umzuges gab es natürlich noch eine paar Reden. Einige waren gut, andere irgendwo zwischen eher und nur peinlich. Viel Applaus und „Free Burma“ Rufe gab es aber immer.
Bin ich froh, dabei gewesen zu sein? Habe ich was bewirkt? Geht es mir oder der Welt besser? Darf ich nun wieder nach Burma reisen? Habe ich ein reineres Gewissen? Keine Ahnung. Nicht dass ich mir keine Gedanken machen, aber mir fallen echt keine guten Antworten ein.
2007-09-22
Neuer Stock, neue Schuhe, neuer Elan. Am Wochenende startete auch in Holland die neue Unihockey-Saison. Auf dem Programm stand die Cup-Qualifikationsrunde, was für mein Team drei Spiele gegen drei ziemlich schwache Teams bedeutete. Im Gegensatz zur letzten Saison, wo ich in drei verkorksten Spielen nicht viel zustande brach (ausser 9 Strafminuten und zwei Skorerpunkte, von denen auch nur einer es in die offizielle Statistik geschafft hatte), lief das ganze dieses Mal doch sehr gut.
Obwohl die Spiele nur jeweils 2x 15 Minuten dauerten, konnte ich mir in der ersten Partie einen Hattrick und über den ganzen Tag sechs Skorerpunkte gutschreiben lassen. Zum ersten Mal mehr Skorerpunkte als Strafminuten. Und wenn ich und meine Linie nicht Grosschancen im Minutentakt versiebt hätten und mich meine Freundin nicht am Vorabend zu einem Tanzkurs geschleppt hätte (viel anstrengender als man so denkt), wäre es gut und gerne das Doppelte gewesen. Hätte, wäre. Im nächsten Match haue ich sie alle rein. Bin heiss für die Saison.
Saisonstart
Neuer Stock, neue Schuhe, neuer Elan. Am Wochenende startete auch in Holland die neue Unihockey-Saison. Auf dem Programm stand die Cup-Qualifikationsrunde, was für mein Team drei Spiele gegen drei ziemlich schwache Teams bedeutete. Im Gegensatz zur letzten Saison, wo ich in drei verkorksten Spielen nicht viel zustande brach (ausser 9 Strafminuten und zwei Skorerpunkte, von denen auch nur einer es in die offizielle Statistik geschafft hatte), lief das ganze dieses Mal doch sehr gut.
Obwohl die Spiele nur jeweils 2x 15 Minuten dauerten, konnte ich mir in der ersten Partie einen Hattrick und über den ganzen Tag sechs Skorerpunkte gutschreiben lassen. Zum ersten Mal mehr Skorerpunkte als Strafminuten. Und wenn ich und meine Linie nicht Grosschancen im Minutentakt versiebt hätten und mich meine Freundin nicht am Vorabend zu einem Tanzkurs geschleppt hätte (viel anstrengender als man so denkt), wäre es gut und gerne das Doppelte gewesen. Hätte, wäre. Im nächsten Match haue ich sie alle rein. Bin heiss für die Saison.
2007-09-21
Es war ein Kampf. Irgendwie wird es schon gehen, das wusste ich (wie alles irgendwie geht, wenn man nur lange genug versucht). Aber die Rückkehr nach Delft habe ich mir schon einfacher vorgestellt.
Was das Problem war? Die Wohnung? Nein, habe mich in Annemieks Zimmer eingerichtet. Laptop auf den Tisch, Kleider aufs Regal und fertig. Habe und brauche ja nicht viel. Niederlassungsbewilligung? Braucht man nicht (wirklich). Man kommt und ist da. Man sollte sich zwar registrieren (und ich habe es auch gemacht) aber wenn man es nicht tut ist's auch egal - es interessiert eh niemanden (so lange man zumindest EU-Bürger oder Schweizer ist). Und sonst: Ich habe noch mein Velo, mein Bankkonto, mein Niederländisch ist so gut wie nie zu vor... eigentlich wäre alles bereit, für "Delft, Runde 2".
Was mir jedoch drohte einen Strich durch die Rechnung zu machen war die Administration der TU Delft (TU für Technische Universität). Letzten Sommer hiess es noch, ich dürfe gerne zurückkommen. Diesen Sommer hiess es, du warst schon mal da, da kannst du nicht wiederkommen. Dies, obwohl ich einen Professor an der Uni in Delft hatte, der mich gerne bei meiner Masterarbeit betreuen würde. Aber die Verwaltung sagte einfach Njet, das geht nicht.
Nach ein paar Telefonanrufen haben sie mich doch genommen - nicht weil sie mich wollten (geschweige denn weil sie es toll fänden, dass Leute zu ihnen an die Uni kommen), sondern weil sie mich nehmen mussten. Die ETH hat einen Vertrag mit der TU Delft, dass sie eine gewisse Zahl Austauschstudenten zulassen müssen - phu, Glück gehabt.
Easy, dachte ich. Schreibe meine Semesterarbeiten zu Ende, gehe in die Ferien, dann ab nach Delft und los geht's. Pustekuchen. Obwohl ich die Dokumente Mitte Juli eingereicht hatte, hiess es, vor dem 1. November geht mal grundsätzlich nix.
Glücklicherweise schien jemand in der Administration Mitleid gehabt zu haben für einen armen Studenten, der mit Sack und Pack in Delft steht und nicht an seiner Arbeit schreiben darf. Denn nach ein paar Telefonaten und E-Mails flatterte das lang ersehnte Schreiben ein: "You can start your project at end of September". Habe also die richtige Taktik gewählt: Aufdringlich sein und regelmässig nachhacken, dabei aber immer freundlich bleiben.
Lange Rede, kurzer Sinn: In Kürze beginne ich meine Masterarbeit. Und 26 Wochen später bin ich fertig. Es ist auch Zeit.
Update: Natürlich musste es so kommen: Da flattert ein neues Mail rein, dass es doch nicht so einfach geht... muss mich noch länger gedulden.
In die Schlussrunde
Es war ein Kampf. Irgendwie wird es schon gehen, das wusste ich (wie alles irgendwie geht, wenn man nur lange genug versucht). Aber die Rückkehr nach Delft habe ich mir schon einfacher vorgestellt.
Was das Problem war? Die Wohnung? Nein, habe mich in Annemieks Zimmer eingerichtet. Laptop auf den Tisch, Kleider aufs Regal und fertig. Habe und brauche ja nicht viel. Niederlassungsbewilligung? Braucht man nicht (wirklich). Man kommt und ist da. Man sollte sich zwar registrieren (und ich habe es auch gemacht) aber wenn man es nicht tut ist's auch egal - es interessiert eh niemanden (so lange man zumindest EU-Bürger oder Schweizer ist). Und sonst: Ich habe noch mein Velo, mein Bankkonto, mein Niederländisch ist so gut wie nie zu vor... eigentlich wäre alles bereit, für "Delft, Runde 2".
Was mir jedoch drohte einen Strich durch die Rechnung zu machen war die Administration der TU Delft (TU für Technische Universität). Letzten Sommer hiess es noch, ich dürfe gerne zurückkommen. Diesen Sommer hiess es, du warst schon mal da, da kannst du nicht wiederkommen. Dies, obwohl ich einen Professor an der Uni in Delft hatte, der mich gerne bei meiner Masterarbeit betreuen würde. Aber die Verwaltung sagte einfach Njet, das geht nicht.
Nach ein paar Telefonanrufen haben sie mich doch genommen - nicht weil sie mich wollten (geschweige denn weil sie es toll fänden, dass Leute zu ihnen an die Uni kommen), sondern weil sie mich nehmen mussten. Die ETH hat einen Vertrag mit der TU Delft, dass sie eine gewisse Zahl Austauschstudenten zulassen müssen - phu, Glück gehabt.
Easy, dachte ich. Schreibe meine Semesterarbeiten zu Ende, gehe in die Ferien, dann ab nach Delft und los geht's. Pustekuchen. Obwohl ich die Dokumente Mitte Juli eingereicht hatte, hiess es, vor dem 1. November geht mal grundsätzlich nix.
Glücklicherweise schien jemand in der Administration Mitleid gehabt zu haben für einen armen Studenten, der mit Sack und Pack in Delft steht und nicht an seiner Arbeit schreiben darf. Denn nach ein paar Telefonaten und E-Mails flatterte das lang ersehnte Schreiben ein: "You can start your project at end of September". Habe also die richtige Taktik gewählt: Aufdringlich sein und regelmässig nachhacken, dabei aber immer freundlich bleiben.
Lange Rede, kurzer Sinn: In Kürze beginne ich meine Masterarbeit. Und 26 Wochen später bin ich fertig. Es ist auch Zeit.
Update: Natürlich musste es so kommen: Da flattert ein neues Mail rein, dass es doch nicht so einfach geht... muss mich noch länger gedulden.
2007-09-19
Teil 3: Alle Guten Dinge sind 33
Man soll nach den ersten beiden Teilen bloss nicht denken, dass ich die Kromstraat nicht mag. Ganz im Gegenteil, ich habe die charmante Gasse schon sehr in mein Herz geschlossen.
Am besten gefällt mir natürlich das Haus mit der Nummer 33. Da wohnt Annemiek. Und momentan auch ich. Natürlich ist es kein normales Haus. Fangen wir unten an: Da gibt es die Jazz-Bar Bebop. Sprich, wenn ich in den Ausgang will, muss ich nur die Treppe runter. Und manchmal geht's noch besser: Aufs Bett flexen und dem Live-Konzert zuhören, welches 2 Stöcke unter mit zum Besten gegeben wird.
Die Treppen im Haus sind nicht wirklich Treppen sondern viel eher Leitern. Auch als alpin erprobter Schweizer sind mir diese doch etwas zu steil. Und seit ich einmal eine Treppe unbeabsichtigt runtergeflogen bin haben sie für mich sehr viel von ihrem Charme eingebüsst. Aber was soll's, das Haus hat Charme genug. Obwohl, es bröckelt langsam. In der Küche tropft es, so dass an der Decke eine Pfanne als Auffangbecken installiert werden musste. Und wenn man mal wieder einmal unbedacht den Warmwasserhahn aufdreht hört man Schreie aus der Dusche, da dort nur noch kaltes Wasser rauskommt. Im einem Zimmer hat sich ein Schwarm Ameisen eingenistet. Und in Annemieks Zimmer ist die eine Wand so feucht, dass die Farbe schon nach etwas mehr als einem Jahr abgebröckelt ist und sich dafür ein weisser Schimmelpilz festgemacht hat. Die Fenster sind so dicht wir ein Sieb, schon im September ist es schweinekalt. Und aus Löchern in den Wänden quillt ein Kabelgewirr, kein Wunder dass vor ein paar Wochen im ganzen Haus die Lichter ausgingen und niemand wusste wieso und warum.
Trotzdem oder wohl gerade deswegen: Ich mag das Haus und die Leute die darin wohnen. Ich könnte einige Dinge aufzählen wie die super WG-Stimmung, die Katze die ich bereits vermisse wenn ich die Haustüre hinter mir zu machen (auch wenn sie kratz und beisst) oder dass mein Lieblingsbäcker und das Zentrum jeweils gleich um die Ecke sind. Ich könnte vom Flachdach, auf das man im Sommer raus kann, schwärmen. Nur dass man die Zimmernachbarn ziemlich deutlich beim Sex hören kann lasse ich jetzt besser aus.
Charme hat man oder man hat ihn nicht. Dieses Haus hat viel davon, definitiv. Nur kann ich ihn mehr schlecht als recht schildern, denn Charme muss man spüren und erleben.
Also, kommt vorbei in der Kromstraat und sieht es euch an. Wir können beim Afrikaner speisen, im Bebop chillen, dann rüber im Tijdloos abrocken und dann die Nacht im Coffeeshop ausklinken lassen.
Krumme Strasse, Krumme Dinge - Teil 3
Teil 3: Alle Guten Dinge sind 33
Man soll nach den ersten beiden Teilen bloss nicht denken, dass ich die Kromstraat nicht mag. Ganz im Gegenteil, ich habe die charmante Gasse schon sehr in mein Herz geschlossen.
Am besten gefällt mir natürlich das Haus mit der Nummer 33. Da wohnt Annemiek. Und momentan auch ich. Natürlich ist es kein normales Haus. Fangen wir unten an: Da gibt es die Jazz-Bar Bebop. Sprich, wenn ich in den Ausgang will, muss ich nur die Treppe runter. Und manchmal geht's noch besser: Aufs Bett flexen und dem Live-Konzert zuhören, welches 2 Stöcke unter mit zum Besten gegeben wird.
Die Treppen im Haus sind nicht wirklich Treppen sondern viel eher Leitern. Auch als alpin erprobter Schweizer sind mir diese doch etwas zu steil. Und seit ich einmal eine Treppe unbeabsichtigt runtergeflogen bin haben sie für mich sehr viel von ihrem Charme eingebüsst. Aber was soll's, das Haus hat Charme genug. Obwohl, es bröckelt langsam. In der Küche tropft es, so dass an der Decke eine Pfanne als Auffangbecken installiert werden musste. Und wenn man mal wieder einmal unbedacht den Warmwasserhahn aufdreht hört man Schreie aus der Dusche, da dort nur noch kaltes Wasser rauskommt. Im einem Zimmer hat sich ein Schwarm Ameisen eingenistet. Und in Annemieks Zimmer ist die eine Wand so feucht, dass die Farbe schon nach etwas mehr als einem Jahr abgebröckelt ist und sich dafür ein weisser Schimmelpilz festgemacht hat. Die Fenster sind so dicht wir ein Sieb, schon im September ist es schweinekalt. Und aus Löchern in den Wänden quillt ein Kabelgewirr, kein Wunder dass vor ein paar Wochen im ganzen Haus die Lichter ausgingen und niemand wusste wieso und warum.
Trotzdem oder wohl gerade deswegen: Ich mag das Haus und die Leute die darin wohnen. Ich könnte einige Dinge aufzählen wie die super WG-Stimmung, die Katze die ich bereits vermisse wenn ich die Haustüre hinter mir zu machen (auch wenn sie kratz und beisst) oder dass mein Lieblingsbäcker und das Zentrum jeweils gleich um die Ecke sind. Ich könnte vom Flachdach, auf das man im Sommer raus kann, schwärmen. Nur dass man die Zimmernachbarn ziemlich deutlich beim Sex hören kann lasse ich jetzt besser aus.
Charme hat man oder man hat ihn nicht. Dieses Haus hat viel davon, definitiv. Nur kann ich ihn mehr schlecht als recht schildern, denn Charme muss man spüren und erleben.
Also, kommt vorbei in der Kromstraat und sieht es euch an. Wir können beim Afrikaner speisen, im Bebop chillen, dann rüber im Tijdloos abrocken und dann die Nacht im Coffeeshop ausklinken lassen.
2007-09-15
Teil 2: Alles was es so braucht
In der Kromstraat gibt es, auf nicht mal 100m Länge, alles was der Nachtschwärmer braucht. Drei Lokale seine hier kurz vorgestellt:
Keine Ausgangsstrasse ohne ne Disko. Die Kromstraat hat das Tijdloos (Zeitlos). Ein kleiner Schuppen für jüngere Leute. Nicht für Schulkiddies welche zum ersten Mal in der Disko rumhängen und sich gross und erwachsen fühlen wollen, nein, denn der grimmige Türsteher in schwarz (wie Türsteher halt sind) schaut schon, dass nur die Richtigen reinkommen. Die Holländer würden sagen, die Besucher seien Plebs. Aber natürlich sagt das niemand so direkt, denn hier hört niemand gerne, dass er ein Pleb sei. Niemand kann mir erklären, was man hier genau unter mit dem Begriff Pleb meint. Tendenziell jemand aus der Unterschicht, nicht zu jung, nicht zu alt, asozial, notorisch in Geldnöten, pöbelhaft. Einfach eine Ansammlung nicht so toller Eigenschaften.
Das Tijdloos ist also eine Ausgangsstätte für Plebs. Dies mag auch der Grund sein, wieso ich noch nie drin war. Aber ich mache regelmässig meine Erfahrungen mit den Leuten. Normalerweise samstags oder sonntags, so zwischen drei und fünf Uhr in der Früh. Dann gibt es mal nen Streit vor unserer Haustür, der gerne auch mal in eine Schlägerei ausartet. Das gehört zu ner Strasse der Kromstraat. Es braucht manchmal eben was Dräck würde Chris von Rohr sagen. Und Recht hat er.
Ein Eetcafe ist eine Cafe, wo man, wie der Name sagt, eben auch Essen kann (wobei die Betonung auf kann liegt, denn in einem Restaurant kann man auch einen Kaffee trinken, es wird jedoch erwartet, dass man auch was isst). In der Kromstraat gibt es nun einen Schuppen der sich Eetcafe nennt, aber eigentlich keines ist. Denn an Essen gibt es nur Shoarma (hier heisst der Döner eben Shoarma) und türkische Pizza - was man in jeder Schwarma-Bude auch finden kann, aber in keinem Eetcafe.
Unseres Eetcafe heisst nun Alanya. Noch vor 3 Monaten hiess es Perfect. Und noch davor Alibaba. Kenn den Schuppen seit 19 Monaten, und es hat nun seinen dritten Namen. Der Name und (offenbar) der Besitzer wechseln, der Rest bleibt. Innen sieht es noch immer genau gleich aus. Der Food ist derselbe. Die Kundschaft bleibt immer noch aus, der Laden ist stets gähnend leer. Und das Geschäftsmodel scheint auch das gleiche zu sein. Und nein, das Geschäftsmodel ist nicht Kaffee, Bier und Essen aufzutischen. Sondern was anderes. Munkelt man jedenfalls.
Wohin ich auch Reise und sage, ich komme von den Niederlande, grinsen alle doof und meinen, ich wäre der grösste Shithead. Natürlich glaubt mir niemand, dass ich noch nie auch nur einen Fuss in einen holländischen Coffeeshop gesetzt habe. Deshalb erwähne ich auch nur selten, dass ich keine 10 Schritte von einem Coffeeshop entfernt wohne.
Was gibt es darüber zu sagen? Dass eine fette Kamera den Eingang überwacht? Dass es freitags und samstags bis 5 Uhr offen hat und ein DJ Sound zum chillen auflegt? Dass - glaubt man den Niederländern - die meisten Besucher Franzosen sind? Dass es eigentlich ganz friedlich zu und her geht? Und dass ein Coffeeshop eine geduldete, jedoch nicht legale Verkaufsstelle von weichen Drogen ist, Anbau und Einfuhr jedoch nach wie vor illegal ist?
Krumme Strasse, Krumme Dinge - Teil 2
Teil 2: Alles was es so braucht
In der Kromstraat gibt es, auf nicht mal 100m Länge, alles was der Nachtschwärmer braucht. Drei Lokale seine hier kurz vorgestellt:
Keine Ausgangsstrasse ohne ne Disko. Die Kromstraat hat das Tijdloos (Zeitlos). Ein kleiner Schuppen für jüngere Leute. Nicht für Schulkiddies welche zum ersten Mal in der Disko rumhängen und sich gross und erwachsen fühlen wollen, nein, denn der grimmige Türsteher in schwarz (wie Türsteher halt sind) schaut schon, dass nur die Richtigen reinkommen. Die Holländer würden sagen, die Besucher seien Plebs. Aber natürlich sagt das niemand so direkt, denn hier hört niemand gerne, dass er ein Pleb sei. Niemand kann mir erklären, was man hier genau unter mit dem Begriff Pleb meint. Tendenziell jemand aus der Unterschicht, nicht zu jung, nicht zu alt, asozial, notorisch in Geldnöten, pöbelhaft. Einfach eine Ansammlung nicht so toller Eigenschaften.
Das Tijdloos ist also eine Ausgangsstätte für Plebs. Dies mag auch der Grund sein, wieso ich noch nie drin war. Aber ich mache regelmässig meine Erfahrungen mit den Leuten. Normalerweise samstags oder sonntags, so zwischen drei und fünf Uhr in der Früh. Dann gibt es mal nen Streit vor unserer Haustür, der gerne auch mal in eine Schlägerei ausartet. Das gehört zu ner Strasse der Kromstraat. Es braucht manchmal eben was Dräck würde Chris von Rohr sagen. Und Recht hat er.
Ein Eetcafe ist eine Cafe, wo man, wie der Name sagt, eben auch Essen kann (wobei die Betonung auf kann liegt, denn in einem Restaurant kann man auch einen Kaffee trinken, es wird jedoch erwartet, dass man auch was isst). In der Kromstraat gibt es nun einen Schuppen der sich Eetcafe nennt, aber eigentlich keines ist. Denn an Essen gibt es nur Shoarma (hier heisst der Döner eben Shoarma) und türkische Pizza - was man in jeder Schwarma-Bude auch finden kann, aber in keinem Eetcafe.
Unseres Eetcafe heisst nun Alanya. Noch vor 3 Monaten hiess es Perfect. Und noch davor Alibaba. Kenn den Schuppen seit 19 Monaten, und es hat nun seinen dritten Namen. Der Name und (offenbar) der Besitzer wechseln, der Rest bleibt. Innen sieht es noch immer genau gleich aus. Der Food ist derselbe. Die Kundschaft bleibt immer noch aus, der Laden ist stets gähnend leer. Und das Geschäftsmodel scheint auch das gleiche zu sein. Und nein, das Geschäftsmodel ist nicht Kaffee, Bier und Essen aufzutischen. Sondern was anderes. Munkelt man jedenfalls.
Wohin ich auch Reise und sage, ich komme von den Niederlande, grinsen alle doof und meinen, ich wäre der grösste Shithead. Natürlich glaubt mir niemand, dass ich noch nie auch nur einen Fuss in einen holländischen Coffeeshop gesetzt habe. Deshalb erwähne ich auch nur selten, dass ich keine 10 Schritte von einem Coffeeshop entfernt wohne.
Was gibt es darüber zu sagen? Dass eine fette Kamera den Eingang überwacht? Dass es freitags und samstags bis 5 Uhr offen hat und ein DJ Sound zum chillen auflegt? Dass - glaubt man den Niederländern - die meisten Besucher Franzosen sind? Dass es eigentlich ganz friedlich zu und her geht? Und dass ein Coffeeshop eine geduldete, jedoch nicht legale Verkaufsstelle von weichen Drogen ist, Anbau und Einfuhr jedoch nach wie vor illegal ist?
2007-09-12
Teil 1: Tote Tauben an gedeckten Tischen
Ich wohn also momentan bei Annemiek in Delft. Genauer gesagt in der Kromstraat 33, wobei die Hausnummer eigentlich nichts zur Sache tut, sondern nur der Strassenname. Von wo der Name kommt ist wohl offensichtlich - sofern man weiss, dass 'krom' auf Deutsch 'krumm' ist. Nur, die Strasse ist nicht wirklich krumm, sondern eher eng. So eng, dass man mit nem Auto nur von einer Seite reinkommt. Trotzdem heisst sie Kromstraat. Wieso war mir lange nicht wirklich klar...
Nun, heute fiel mir aber ein, wieso der Name Kromstraat doch sehr angebracht ist. Denn in der Kromstraat laufen viele krumme Sachen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel gibt es auf nicht mal 100 Metern Länge ein Eetcafe (Esscafe) und vier Restaurants. Zwei davon sind seit Jahren dicht, müssen aber hier erwähnt sein, denn die Tische sind noch gedeckt und als Gäste fungieren tote Tauben. In Nummer drei bekommt man Äthiopisches Essen und Palmbier und wird wie Nummer vier (welches dadurch heraussticht, dass man nichts wirklich Erwähnenswertes darüber sagen kann) im Niederländischen Lonely Planet gelobt.
Mehr über krumme Dinge in der Krummen Strasse (ja, natürlich haben wir auch einen Coffeeshop) gibt es im Teil 2. Vorerst aber noch dieser: Für mich persönlich das krümmste Ding ist dieser verfluchter Liefer-Reinigungs-Abfall-Was-auch-immer-Wagen, welcher jeden Morgen ziemlich pünktlich um 6 Uhr in der Früh in die Strasse reinfährt. Und da die Strasse eben eng ist, fährt er von einer Seite rückwärts rein. Schön langsam. Mit sehr, sehr lautem und schrillem Beeeeeep, Beeeeeep, Beeeeeep. Und das Miststück fährt genau bis unter unser Zimmer. Wieso er kommt weiss ich nicht. Dass er kommt erfahre ich jedoch jeden Morgen aufs Neue.
Krumme Strasse, Krumme Dinge - Teil 1
Teil 1: Tote Tauben an gedeckten Tischen
Ich wohn also momentan bei Annemiek in Delft. Genauer gesagt in der Kromstraat 33, wobei die Hausnummer eigentlich nichts zur Sache tut, sondern nur der Strassenname. Von wo der Name kommt ist wohl offensichtlich - sofern man weiss, dass 'krom' auf Deutsch 'krumm' ist. Nur, die Strasse ist nicht wirklich krumm, sondern eher eng. So eng, dass man mit nem Auto nur von einer Seite reinkommt. Trotzdem heisst sie Kromstraat. Wieso war mir lange nicht wirklich klar...
Nun, heute fiel mir aber ein, wieso der Name Kromstraat doch sehr angebracht ist. Denn in der Kromstraat laufen viele krumme Sachen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel gibt es auf nicht mal 100 Metern Länge ein Eetcafe (Esscafe) und vier Restaurants. Zwei davon sind seit Jahren dicht, müssen aber hier erwähnt sein, denn die Tische sind noch gedeckt und als Gäste fungieren tote Tauben. In Nummer drei bekommt man Äthiopisches Essen und Palmbier und wird wie Nummer vier (welches dadurch heraussticht, dass man nichts wirklich Erwähnenswertes darüber sagen kann) im Niederländischen Lonely Planet gelobt.
Mehr über krumme Dinge in der Krummen Strasse (ja, natürlich haben wir auch einen Coffeeshop) gibt es im Teil 2. Vorerst aber noch dieser: Für mich persönlich das krümmste Ding ist dieser verfluchter Liefer-Reinigungs-Abfall-Was-auch-immer-Wagen, welcher jeden Morgen ziemlich pünktlich um 6 Uhr in der Früh in die Strasse reinfährt. Und da die Strasse eben eng ist, fährt er von einer Seite rückwärts rein. Schön langsam. Mit sehr, sehr lautem und schrillem Beeeeeep, Beeeeeep, Beeeeeep. Und das Miststück fährt genau bis unter unser Zimmer. Wieso er kommt weiss ich nicht. Dass er kommt erfahre ich jedoch jeden Morgen aufs Neue.
2007-04-25
Musste diese Woche zügeln. Es soll ja Leute geben, denen macht dies Spass. Mir nicht. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich zieh nur noch in möblierte Zimmer. Oder am besten gleich ins Hotel.
Habe ja für einige Monate Käspis Zimmer übernommen. Nun haben aber M&M, die beiden anderen Mitbewohner (Marco und Michi) ihr Studium abgeschlossen und brauchen kein Zimmer mehr in Zürich. Also, WG auflösen und zügeln. Und da der Deal mit Käspi so ging, "Ich benutze deine Möbel und zügle sie auch", hatte auch ich das grosse Vergnügen.
Das mit dem Zügeln ist ja so ne Sache. Egal wie gross der Transporter ist, nach dem Laden (oder noch viel schlimmer während) denkst du, hätten wir doch nur einen grösseren genommen. Oder: Egal wie sorgfältig und durchgeplant du gestapelt hast, spätestens nach der ersten Kurve hörst du höchst ungute Geräusche aus dem Laderaum.
Ausserdem: Zuerst killst du den Rücken mit dem schleppen von zu vielen und zu schweren Möbeln (die eigentlich nicht schwer sind, nur ist dein Rücken einfach keine körperliche Arbeit gewohnt). Dann bekommen die Hände noch ein schönes Säurebad beim Versuch, die hässlichen Flecken und Klebebandrückstände an den Wänden loszuwerden.
Der grösste Schwachsinn bei dieser Zügelaktion war natürlich meine Planung. Ich dachte, der Kombi meiner Eltern sei ja XXXL und gross genug für ein Sofa, ein Gestell und eine Matratze. Dumm nur, dass das Gestell 10cm länger als die Ladefläche war. Und die Matratze 20cm breiter.
Aber mit Gewalt geht ja bekanntlich alles. Als die Möbel und die anderen 1000 Kleinigkeiten, welche auch mitgenommen werden wollten, verstaut waren, war das Auto in etwa so voll wie ein Blaukreuzler nach einer Flasche Wodka. Die Hecktüre ging zwar nicht zu und der Blick durch den Rückspiegel war hinfällig, aber das waren nur Details. Auf die Autobahn habe ich mich trotzdem gewagt. Immerhin habe ich so weit gedacht, dass ich nicht die Abkürzung über die Deutsche Autobahn von Rheinfelden nach Inzlingen genommen habe. Ein Zollbeamter hätte mich garantiert rausgewunken und gesagt, "Na, Junge, dann pack mal aus".
Nur mühsam
Musste diese Woche zügeln. Es soll ja Leute geben, denen macht dies Spass. Mir nicht. Ich habe meine Lektion gelernt. Ich zieh nur noch in möblierte Zimmer. Oder am besten gleich ins Hotel.
Habe ja für einige Monate Käspis Zimmer übernommen. Nun haben aber M&M, die beiden anderen Mitbewohner (Marco und Michi) ihr Studium abgeschlossen und brauchen kein Zimmer mehr in Zürich. Also, WG auflösen und zügeln. Und da der Deal mit Käspi so ging, "Ich benutze deine Möbel und zügle sie auch", hatte auch ich das grosse Vergnügen.
Das mit dem Zügeln ist ja so ne Sache. Egal wie gross der Transporter ist, nach dem Laden (oder noch viel schlimmer während) denkst du, hätten wir doch nur einen grösseren genommen. Oder: Egal wie sorgfältig und durchgeplant du gestapelt hast, spätestens nach der ersten Kurve hörst du höchst ungute Geräusche aus dem Laderaum.
Ausserdem: Zuerst killst du den Rücken mit dem schleppen von zu vielen und zu schweren Möbeln (die eigentlich nicht schwer sind, nur ist dein Rücken einfach keine körperliche Arbeit gewohnt). Dann bekommen die Hände noch ein schönes Säurebad beim Versuch, die hässlichen Flecken und Klebebandrückstände an den Wänden loszuwerden.
Der grösste Schwachsinn bei dieser Zügelaktion war natürlich meine Planung. Ich dachte, der Kombi meiner Eltern sei ja XXXL und gross genug für ein Sofa, ein Gestell und eine Matratze. Dumm nur, dass das Gestell 10cm länger als die Ladefläche war. Und die Matratze 20cm breiter.
Aber mit Gewalt geht ja bekanntlich alles. Als die Möbel und die anderen 1000 Kleinigkeiten, welche auch mitgenommen werden wollten, verstaut waren, war das Auto in etwa so voll wie ein Blaukreuzler nach einer Flasche Wodka. Die Hecktüre ging zwar nicht zu und der Blick durch den Rückspiegel war hinfällig, aber das waren nur Details. Auf die Autobahn habe ich mich trotzdem gewagt. Immerhin habe ich so weit gedacht, dass ich nicht die Abkürzung über die Deutsche Autobahn von Rheinfelden nach Inzlingen genommen habe. Ein Zollbeamter hätte mich garantiert rausgewunken und gesagt, "Na, Junge, dann pack mal aus".
2007-04-21
Hing heute in der Warteschlaufe der Swisscom. Und welche Musik versüsste die Wartezeit?
...
The road is dark and it's a thin thin line
But I want you to know I'll walk it for you anytime
...
Es ist Bruce Springsteens Tougher Than The Rest von 1987. Bruce, was wurde aus dir, dem wilden Rocker, den sie 'the Boss' nannten, dass sie deine Hymnen heute als Warteschlaufe-Musik missbrauchen?
Oh, Bruce, was wurde aus dir?
Hing heute in der Warteschlaufe der Swisscom. Und welche Musik versüsste die Wartezeit?
...
The road is dark and it's a thin thin line
But I want you to know I'll walk it for you anytime
...
Es ist Bruce Springsteens Tougher Than The Rest von 1987. Bruce, was wurde aus dir, dem wilden Rocker, den sie 'the Boss' nannten, dass sie deine Hymnen heute als Warteschlaufe-Musik missbrauchen?
2007-04-13
Zu viele Leute mussten sich zu oft von mir anhören lassen, wie schön es doch in Asien sei: Warm, billig, freundlich, bla bla bla. Genug damit, Schluss: Denn, die Schweiz im Frühling kann mit allem mithalten. Plötzlich ist alles so bezaubernd, grün, froh, hell, sonnig, blühend. Täusch ich mich oder sind die Schweizer über Nacht alle froh, munter und nett geworden? Alles und jeder scheint auf Drogen. Zum ersten Mal seit langer Zeit muss ich mir zugestehen, eigentlich kann man es sich hier in der Schweiz ganz gut gehen lassen. Schade, dass nur einmal im Jahr Frühling ist.
Frühlingserwachen
Zu viele Leute mussten sich zu oft von mir anhören lassen, wie schön es doch in Asien sei: Warm, billig, freundlich, bla bla bla. Genug damit, Schluss: Denn, die Schweiz im Frühling kann mit allem mithalten. Plötzlich ist alles so bezaubernd, grün, froh, hell, sonnig, blühend. Täusch ich mich oder sind die Schweizer über Nacht alle froh, munter und nett geworden? Alles und jeder scheint auf Drogen. Zum ersten Mal seit langer Zeit muss ich mir zugestehen, eigentlich kann man es sich hier in der Schweiz ganz gut gehen lassen. Schade, dass nur einmal im Jahr Frühling ist.
2007-03-29
Tatort Coop, im Kühlregal mit dem Convenience-Food. Verpackt in ner Plasikschale seh ich ne halbe Annanas. Auf dem Preisschild steht „Thai Annanas“. Und ja, diesen Namen verdient sie, denn die Frucht wurde wirklich Thai-mässig geschnitten (siehe Bild). Aber auf dem Preisschild steht noch mehr. Gross und fett „5.95“. Ich rechne kurz: In Thailand kostet das gleiche 10 Baht, also ein Drittel Franken. Sprich Coop verkauft es mir 18-mal teurer als der Früchtehändler um die Ecke in Bangkok.
Und so ist es also geschehen. Eine halbe Frucht hat mir die ganze Laune verdorben. Für mehrere Tage. Was mach ich eigentlich noch hier? Es geht ja gar nicht um den Preis (der war nur der Auslöser). Es geht darum, dass ich meine tägliche frische Mango oder Kokosnuss vermisse. Das hier niemand Thai mit mir redet. Dass alles so geregelt ist. Dass ich morgens aufstehe, zur Arbeit gehen, ins Training, nach Hause und ins Bett. Das alles irgendwie Routine ist. Kein Mopedfahrer, der mit mir auf dem Rücksitz einen Höllenritt durch Bangkok macht. Keine Spaziergänge durch Subsois, wo die Kinder dich mit grossen Augen anstarren und „Farang, Farang“ hinterher rufen. Kein Onkel mit gutem Wein und Balkon mit perfekter Skyline-Sicht. Kein innehalten und staunen. Ich weiss, ich weiss, Bangkok war nicht das Paradies. Der Job war scheisse, der Verkehr extrem mühsam, das Alleine sein unter vielen Thais anstrengend, und ich musste jedes Wochenende raus aus Bangkok um Luft zu holen. Aber mir fehlt jetzt, zurück in Europa, einfach die Exotik, das Unbekannte. Natürlich könnte ich hier in Zürich die dunklen Winkel der Langstrasse auskundschaften, aber es wäre nicht das gleiche. Ich will so schnell wie möglich zurück an einen Ort, wo alles ein kleines Abendteuer ist. Wo ich mich ab dem organisierten Chaos nerven und alles verfluchen kann. Aber wo ich garantiert jeden Tag mehrmals mit offenem Mund stehen bleibe, den Kopf schüttle und mit einem Lächeln auf den Lippen zu mir selber sage, in was für einer wundervollen Welt wir doch leben.
Ich will zurück
Tatort Coop, im Kühlregal mit dem Convenience-Food. Verpackt in ner Plasikschale seh ich ne halbe Annanas. Auf dem Preisschild steht „Thai Annanas“. Und ja, diesen Namen verdient sie, denn die Frucht wurde wirklich Thai-mässig geschnitten (siehe Bild). Aber auf dem Preisschild steht noch mehr. Gross und fett „5.95“. Ich rechne kurz: In Thailand kostet das gleiche 10 Baht, also ein Drittel Franken. Sprich Coop verkauft es mir 18-mal teurer als der Früchtehändler um die Ecke in Bangkok.Und so ist es also geschehen. Eine halbe Frucht hat mir die ganze Laune verdorben. Für mehrere Tage. Was mach ich eigentlich noch hier? Es geht ja gar nicht um den Preis (der war nur der Auslöser). Es geht darum, dass ich meine tägliche frische Mango oder Kokosnuss vermisse. Das hier niemand Thai mit mir redet. Dass alles so geregelt ist. Dass ich morgens aufstehe, zur Arbeit gehen, ins Training, nach Hause und ins Bett. Das alles irgendwie Routine ist. Kein Mopedfahrer, der mit mir auf dem Rücksitz einen Höllenritt durch Bangkok macht. Keine Spaziergänge durch Subsois, wo die Kinder dich mit grossen Augen anstarren und „Farang, Farang“ hinterher rufen. Kein Onkel mit gutem Wein und Balkon mit perfekter Skyline-Sicht. Kein innehalten und staunen. Ich weiss, ich weiss, Bangkok war nicht das Paradies. Der Job war scheisse, der Verkehr extrem mühsam, das Alleine sein unter vielen Thais anstrengend, und ich musste jedes Wochenende raus aus Bangkok um Luft zu holen. Aber mir fehlt jetzt, zurück in Europa, einfach die Exotik, das Unbekannte. Natürlich könnte ich hier in Zürich die dunklen Winkel der Langstrasse auskundschaften, aber es wäre nicht das gleiche. Ich will so schnell wie möglich zurück an einen Ort, wo alles ein kleines Abendteuer ist. Wo ich mich ab dem organisierten Chaos nerven und alles verfluchen kann. Aber wo ich garantiert jeden Tag mehrmals mit offenem Mund stehen bleibe, den Kopf schüttle und mit einem Lächeln auf den Lippen zu mir selber sage, in was für einer wundervollen Welt wir doch leben.
2007-03-26
Viele Freunde werden die Nase rümpfen, und nein, stolz bin ich auch nicht. Zwischen April 06 und März dieses Jahres bin ich 22 Mal geflogen. Unter anderem von Helsinki und Malaga, vom langjährigen Einfallstor nach Südost-Asien (Bangkoks Don Mueang), von den Drehkreuzen Schiphol oder Frankfurt, von Kho Samuis Abfertigungshüttchen unter Palmen und natürlich von der Hühnerweid in Basel.
Fliegen war mal mein grosser Kindertraum. Pilot wollte ich werden (und wollte partout keine Brille haben, bis mir der Optiker die "Pilotenbrille" zeigte) und den Himmel unsicher machen. Fliegen, dachte ich, müsse ein unbeschreibliches Gefühl sein. Noch immer sitze ich gerne am Fenster und schaue wie ein Kleinkind herunter - aber sobald der Vogel die Wolkendecke durchstösst, ist fertig Zauberei. Dann kann man nur noch lesen und auf einen schönen Sonnenuntergang hoffen.
Nicht viel ist übrig geblieben vom grossem Glamour der Luftfahrt. Da erzähl Onkel Peter von Swissair Flügen nach Bangkok, über Athen, Kairo, Karachi und Bombay notabene. Heute ist fliegen nur eine Beförderung von A nach B. Möglichst billig und schnell, dafür ohne Service (was, Sie haben vegetarisch bestellt?) und Komfort. Nun gut, ich trage ja auch zu dieser Entwicklung bei. Aber eben, die goldene Zeiten sind vorbei respektive gibt es nur noch in der Firstclass, also definitiv aus meiner Reichweite. Heute muss man ja schon froh sein, wenn keine drängelnden Schweizer ("die Armlehne gehört mir!"), betrunkene Engländer oder schreiende Kleinkinder neben einem sitzen.
Heute scheint ja jeder ein Vielflieger zu sein. Aber Punkte sammeln lohnt sich nicht wirklich. 125 Meilen bekomme ich mit Swiss für Basel-Amsterdam pro Weg in der billigsten Kategorie, für einen Retour-Freiflug in Europa braucht es aber 30'000, man rechne.
Am meisten nerven jedoch heutzutage die völlig übertriebenen Sicherheitskontrollen. Ja, ja, ist ja alles für die eigene Sicherheit. Bullshit, sag ich da. Alles Angstmacherei von Politkern und die Fluggesellschaften machen mit dem Firlefanz mit, weil die Leute glauben, je mehr kontrolliert wird desto sicherer sei man. Die neuste Regelung mit den Flüssigkeiten? Alles nur lächerlich, es gab noch keinen einzigen erfolgreichen Flüssigsprengstoff-Anschlag.
Fliegen ist einfach zu billig. Das ist natürlich kein Argument, wieso man fliegen soll. Mit Swiss fliegen ich für weniger als 100 Stutz von Basel nach Amsterdam und zurück (mit Käsesandwich), mit Easyjet manchmal sogar noch etwas billiger (dafür ohne Sandwich und mit viel Drängelei, also doch lieber Swiss). Der Zug kommt nie an diesen Preis heran, nicht mal das Sitzticket für den Nachtzug. Ich würde der Umwelt ja gerne entgegenkommen, aber eine Nacht lang sitzen, gerädert ankommen und für alles noch mehr bezahlen, das geht so nicht auf.
Ich habe viele Geschichten gehört. Von Verspätungen, abgesagten Flügen, einem Passagier mit Herzattacke an Bord, von Sprüngen in Cockpitfenstern oder unidentifizierbarem weissen Pulver an Bord. Bei mir ist so was nie passiert, nur ne Stunde hier, eine Verspätung da, kein Vegetarisches Essen, Kleinigkeiten eben. Bis zu meinem 41. Flug. Easyjet hat irgendwie mein Gepäck verhünert. Gut, mein Rucksack war Oversize, weil ich die Unihockey-Stocktasche reingewurstelt habe (bei Easyjet fliegt nur ein Gepäckstück gratis mit, also Stock in den Rucksack und Problem für mich gelöst). Da war ich also in Basel und mein Rucksack kam nicht. Kompensation gibt es nicht, da Heimflug. Am übernächsten Abend kam dann ein Chauffeur mit einem Rucksack, der nicht meiner war. Der Typ wollte ihn jedoch offensichtlich loswerden ("Schauen sie ihn genau an! Öffnen Sie ihn! Es ist ihrer, bestimmt!"). Als dann zwei Tage später mein Rucksack kam, war ich immer noch etwas böse auf Easyjet. Aber hey, im Vergleich zu dem was anderen widerfahren ist, kam ich bisher sehr gut weg.
Übrigens, in 16 Tagen fliege ich wieder.
Frequent-Flyer
Viele Freunde werden die Nase rümpfen, und nein, stolz bin ich auch nicht. Zwischen April 06 und März dieses Jahres bin ich 22 Mal geflogen. Unter anderem von Helsinki und Malaga, vom langjährigen Einfallstor nach Südost-Asien (Bangkoks Don Mueang), von den Drehkreuzen Schiphol oder Frankfurt, von Kho Samuis Abfertigungshüttchen unter Palmen und natürlich von der Hühnerweid in Basel.
Fliegen war mal mein grosser Kindertraum. Pilot wollte ich werden (und wollte partout keine Brille haben, bis mir der Optiker die "Pilotenbrille" zeigte) und den Himmel unsicher machen. Fliegen, dachte ich, müsse ein unbeschreibliches Gefühl sein. Noch immer sitze ich gerne am Fenster und schaue wie ein Kleinkind herunter - aber sobald der Vogel die Wolkendecke durchstösst, ist fertig Zauberei. Dann kann man nur noch lesen und auf einen schönen Sonnenuntergang hoffen.
Nicht viel ist übrig geblieben vom grossem Glamour der Luftfahrt. Da erzähl Onkel Peter von Swissair Flügen nach Bangkok, über Athen, Kairo, Karachi und Bombay notabene. Heute ist fliegen nur eine Beförderung von A nach B. Möglichst billig und schnell, dafür ohne Service (was, Sie haben vegetarisch bestellt?) und Komfort. Nun gut, ich trage ja auch zu dieser Entwicklung bei. Aber eben, die goldene Zeiten sind vorbei respektive gibt es nur noch in der Firstclass, also definitiv aus meiner Reichweite. Heute muss man ja schon froh sein, wenn keine drängelnden Schweizer ("die Armlehne gehört mir!"), betrunkene Engländer oder schreiende Kleinkinder neben einem sitzen.
Heute scheint ja jeder ein Vielflieger zu sein. Aber Punkte sammeln lohnt sich nicht wirklich. 125 Meilen bekomme ich mit Swiss für Basel-Amsterdam pro Weg in der billigsten Kategorie, für einen Retour-Freiflug in Europa braucht es aber 30'000, man rechne.
Am meisten nerven jedoch heutzutage die völlig übertriebenen Sicherheitskontrollen. Ja, ja, ist ja alles für die eigene Sicherheit. Bullshit, sag ich da. Alles Angstmacherei von Politkern und die Fluggesellschaften machen mit dem Firlefanz mit, weil die Leute glauben, je mehr kontrolliert wird desto sicherer sei man. Die neuste Regelung mit den Flüssigkeiten? Alles nur lächerlich, es gab noch keinen einzigen erfolgreichen Flüssigsprengstoff-Anschlag.
Fliegen ist einfach zu billig. Das ist natürlich kein Argument, wieso man fliegen soll. Mit Swiss fliegen ich für weniger als 100 Stutz von Basel nach Amsterdam und zurück (mit Käsesandwich), mit Easyjet manchmal sogar noch etwas billiger (dafür ohne Sandwich und mit viel Drängelei, also doch lieber Swiss). Der Zug kommt nie an diesen Preis heran, nicht mal das Sitzticket für den Nachtzug. Ich würde der Umwelt ja gerne entgegenkommen, aber eine Nacht lang sitzen, gerädert ankommen und für alles noch mehr bezahlen, das geht so nicht auf.
Ich habe viele Geschichten gehört. Von Verspätungen, abgesagten Flügen, einem Passagier mit Herzattacke an Bord, von Sprüngen in Cockpitfenstern oder unidentifizierbarem weissen Pulver an Bord. Bei mir ist so was nie passiert, nur ne Stunde hier, eine Verspätung da, kein Vegetarisches Essen, Kleinigkeiten eben. Bis zu meinem 41. Flug. Easyjet hat irgendwie mein Gepäck verhünert. Gut, mein Rucksack war Oversize, weil ich die Unihockey-Stocktasche reingewurstelt habe (bei Easyjet fliegt nur ein Gepäckstück gratis mit, also Stock in den Rucksack und Problem für mich gelöst). Da war ich also in Basel und mein Rucksack kam nicht. Kompensation gibt es nicht, da Heimflug. Am übernächsten Abend kam dann ein Chauffeur mit einem Rucksack, der nicht meiner war. Der Typ wollte ihn jedoch offensichtlich loswerden ("Schauen sie ihn genau an! Öffnen Sie ihn! Es ist ihrer, bestimmt!"). Als dann zwei Tage später mein Rucksack kam, war ich immer noch etwas böse auf Easyjet. Aber hey, im Vergleich zu dem was anderen widerfahren ist, kam ich bisher sehr gut weg.
Übrigens, in 16 Tagen fliege ich wieder.
2007-03-19
Okay, das Bild ist nicht gerade das Schönste. Aber es ist auch nicht von mir. Es zeigt zwar meine Zähne, abgedrückt hat mein Bruder, während ich auf seinem Zahnarztstuhl sass.
Zum ersten Mal war ich also bei Christian in Behandlung. Und entgegen meinen Befürchtungen hat er nicht Witze gemacht, mir unnötige Spritzen gegeben oder mit der grössten Zange an meinen Zähnen gewackelt.
Seine Arbeit hat er übrigens auch ganz gut gemacht, so wie auf dem Bild sieht es nicht mehr aus (eigentlich Schade, konnte gute Geschichten erfinden und dann den 'Beweis' zeigen).
Ach, wie wahre Geschichte? Ist kurz erzählt: Unihockeymatch in Holland, bekam den Ellenbogen eines Gegenspielers ins Gesicht. Ist aber nicht sehr tragisch, der Zahn war schon lange 'futsch', wäre er gesund gewesen, wäre das wohl nicht passiert.
Eigentlich sollte ich mir einen neuen Zahn verpassen lassen, so einen blauen. Dann kann ich mich Benjamin Bluetooth nennen.
Mut zur Lücke
Okay, das Bild ist nicht gerade das Schönste. Aber es ist auch nicht von mir. Es zeigt zwar meine Zähne, abgedrückt hat mein Bruder, während ich auf seinem Zahnarztstuhl sass.
Zum ersten Mal war ich also bei Christian in Behandlung. Und entgegen meinen Befürchtungen hat er nicht Witze gemacht, mir unnötige Spritzen gegeben oder mit der grössten Zange an meinen Zähnen gewackelt.
Seine Arbeit hat er übrigens auch ganz gut gemacht, so wie auf dem Bild sieht es nicht mehr aus (eigentlich Schade, konnte gute Geschichten erfinden und dann den 'Beweis' zeigen).
Ach, wie wahre Geschichte? Ist kurz erzählt: Unihockeymatch in Holland, bekam den Ellenbogen eines Gegenspielers ins Gesicht. Ist aber nicht sehr tragisch, der Zahn war schon lange 'futsch', wäre er gesund gewesen, wäre das wohl nicht passiert.
Eigentlich sollte ich mir einen neuen Zahn verpassen lassen, so einen blauen. Dann kann ich mich Benjamin Bluetooth nennen.
2007-03-03
Ich bin so niedergeschlagen wie schon lange nicht mehr. Kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so enttäuscht war. Ich habe auch allen Grund dazu: Ich werde nicht Holländischer Meister.
Wenn es um Unihockey geht, ist die Niederlande ein Drittweltland. In der Schweiz könnte ich so knapp in der dritthöchsten Liga mithalten, in Holland hingegen reicht's ziemlich locker für die höchste. Mein Verein: HDM Den Haag.
Seit Anfangs Jahr habe ich eine Lizenz und da ich nun zurück in Europa bin, war es nun soweit, mein erstes Spiel. Und dies war gerade das wichtigste der ganzen Saison. Mein Club, Erster in der Tabelle, gegen die Agents aus Amsterdam, nur einen Platz und einen Punkt dahinter. Nach dem Spitzenspiel stehen für beide Teams nur noch einige wenige einfache Partien auf dem Programm. Wer gewinnt, wird mit grösster Wahrscheinlichkeit Meister.
Da war ich nun also. Extra eingeflogen, könnte man sagen (habe meine Holland-Wochenenden so geplant, dass sie mit den Spielen zusammenfallen). Und trainiert habe ich, mindestens 3x die Woche in Zürich. Wollte bereit sein, für das wichtigste Spiel meiner Karriere. Das Team und mich zum Meister schiessen. Aber eben, gekommen ist es alles anderes.
Das Spiel begann gut. 2:0 stand es nach 19 Minuten. Dann aber drehten die Agents auf. Das 2:1 fiel noch vor der Pause, und im Mitteldrittel kehrten sie das Spiel und führten nach 40 Minuten mit 4:2. Als im letzten Abschnitt die Amsterdamer ihr drittes Tor in Überzahl schossen, schien der Match gelaufen zu sein. Doch mein Team kämpfte sich zurück, mir persönlich gelang ausser einem Assist nicht viel, dafür meinen Mitspielern. Innert fünf Minuten stand es 5:5, ein Resultat mit dem mein Team besser hätte leben können.
Nun wurde noch verbissener um jeden Ball gekämpft, das Spiel lag auf Messers Schneide. Hektik auf beiden Seiten, ja keine Fehler begehen. Die letzte Minute war am laufen, die Agents hatten bisher kein Mittel gefunden um die erstarkte Abwehr zu knacken. 20 Sekunden waren noch zu spielen, als wir einen Freistoss weit weg von unserem Goal zugesprochen bekamen. Jetzt wird es reichen, dachte ich mir. Ball halten und aus ist. Denkste. Der Freistoss wurde vertändelt, die Agents zogen los, ein Pass auf meinen Gegenspieler, der hält drauf, aus einem scheiss Winkel, aber er trifft, 6 Sekunden vor dem Ende. Es ist still in mir. Und leer. Meinen Traum, einmal Meister werden zu können, zerstört. Den ganzen Aufwand, den ich getrieben habe für dieses Spiel, alles für nix. 6 Sekunden fehlten. Meine Kollegen hatten im bisherigen Saisonverlauf den Grundstein gelegt um Meister zu werden, und auch heute waren meine Mitspieler, welche die positiven Akzente setzten. Nur ich war der Idiot, der in der entscheidensten Sekunde der ganzen Saison versagte.
Ich bin enttäuscht und es schmerzt. Ich habe so viel dafür getan. So viel gewollt. Vielleicht zuviel, war nicht locker genug. Verkrampft. Habe nicht gut gespielt. Ich weiss, ich könnte mehr. Es ist zum weinen. Traum geplatzt. Es wäre auch zu schön gewesen. Man kann nicht immer gewinnen. Aber heute wollte ich. Unbedingt.
Traum geplatzt
Ich bin so niedergeschlagen wie schon lange nicht mehr. Kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so enttäuscht war. Ich habe auch allen Grund dazu: Ich werde nicht Holländischer Meister.
Wenn es um Unihockey geht, ist die Niederlande ein Drittweltland. In der Schweiz könnte ich so knapp in der dritthöchsten Liga mithalten, in Holland hingegen reicht's ziemlich locker für die höchste. Mein Verein: HDM Den Haag.
Seit Anfangs Jahr habe ich eine Lizenz und da ich nun zurück in Europa bin, war es nun soweit, mein erstes Spiel. Und dies war gerade das wichtigste der ganzen Saison. Mein Club, Erster in der Tabelle, gegen die Agents aus Amsterdam, nur einen Platz und einen Punkt dahinter. Nach dem Spitzenspiel stehen für beide Teams nur noch einige wenige einfache Partien auf dem Programm. Wer gewinnt, wird mit grösster Wahrscheinlichkeit Meister.
Da war ich nun also. Extra eingeflogen, könnte man sagen (habe meine Holland-Wochenenden so geplant, dass sie mit den Spielen zusammenfallen). Und trainiert habe ich, mindestens 3x die Woche in Zürich. Wollte bereit sein, für das wichtigste Spiel meiner Karriere. Das Team und mich zum Meister schiessen. Aber eben, gekommen ist es alles anderes.
Das Spiel begann gut. 2:0 stand es nach 19 Minuten. Dann aber drehten die Agents auf. Das 2:1 fiel noch vor der Pause, und im Mitteldrittel kehrten sie das Spiel und führten nach 40 Minuten mit 4:2. Als im letzten Abschnitt die Amsterdamer ihr drittes Tor in Überzahl schossen, schien der Match gelaufen zu sein. Doch mein Team kämpfte sich zurück, mir persönlich gelang ausser einem Assist nicht viel, dafür meinen Mitspielern. Innert fünf Minuten stand es 5:5, ein Resultat mit dem mein Team besser hätte leben können.
Nun wurde noch verbissener um jeden Ball gekämpft, das Spiel lag auf Messers Schneide. Hektik auf beiden Seiten, ja keine Fehler begehen. Die letzte Minute war am laufen, die Agents hatten bisher kein Mittel gefunden um die erstarkte Abwehr zu knacken. 20 Sekunden waren noch zu spielen, als wir einen Freistoss weit weg von unserem Goal zugesprochen bekamen. Jetzt wird es reichen, dachte ich mir. Ball halten und aus ist. Denkste. Der Freistoss wurde vertändelt, die Agents zogen los, ein Pass auf meinen Gegenspieler, der hält drauf, aus einem scheiss Winkel, aber er trifft, 6 Sekunden vor dem Ende. Es ist still in mir. Und leer. Meinen Traum, einmal Meister werden zu können, zerstört. Den ganzen Aufwand, den ich getrieben habe für dieses Spiel, alles für nix. 6 Sekunden fehlten. Meine Kollegen hatten im bisherigen Saisonverlauf den Grundstein gelegt um Meister zu werden, und auch heute waren meine Mitspieler, welche die positiven Akzente setzten. Nur ich war der Idiot, der in der entscheidensten Sekunde der ganzen Saison versagte.
Ich bin enttäuscht und es schmerzt. Ich habe so viel dafür getan. So viel gewollt. Vielleicht zuviel, war nicht locker genug. Verkrampft. Habe nicht gut gespielt. Ich weiss, ich könnte mehr. Es ist zum weinen. Traum geplatzt. Es wäre auch zu schön gewesen. Man kann nicht immer gewinnen. Aber heute wollte ich. Unbedingt.
2007-02-19
Irgendwas mach ich falsch. Ich stehe so um 8 Uhr auf, nehme ne halbe Stunde später den Bus und bin um 9 bei meiner Firma. Da sitze ich und versuche, mit Handys und Bluetooth was zu basteln.
Oftmals will es nicht so richtig, also bleibe ich etwas länger im Büro. 19 oder 20 Uhr ist mehr Regel als Ausnahme. Dann gehe ich oft noch irgendwo in ein Unihockeytraining, danach ab nach Hause in die Federn.
Aber Hey, der Tag muss doch aus mehr bestehen als Schlafen, Arbeiten, Essen und etwas Vergnügen!?!
Der Jetlag ist kuriert, der Kulturschock überwunden - jetzt muss ich nur noch den richtigen Mix aus Arbeit und Vergnügen finden. Je früher je besser.
... und wie es läuft
Irgendwas mach ich falsch. Ich stehe so um 8 Uhr auf, nehme ne halbe Stunde später den Bus und bin um 9 bei meiner Firma. Da sitze ich und versuche, mit Handys und Bluetooth was zu basteln.
Oftmals will es nicht so richtig, also bleibe ich etwas länger im Büro. 19 oder 20 Uhr ist mehr Regel als Ausnahme. Dann gehe ich oft noch irgendwo in ein Unihockeytraining, danach ab nach Hause in die Federn.
Aber Hey, der Tag muss doch aus mehr bestehen als Schlafen, Arbeiten, Essen und etwas Vergnügen!?!
Der Jetlag ist kuriert, der Kulturschock überwunden - jetzt muss ich nur noch den richtigen Mix aus Arbeit und Vergnügen finden. Je früher je besser.
2007-02-05
Obwohl es oft anders rüberkommt, es gibt auch durchaus Gründe, wieso ich mich auf die Rückkehr gefreut habe. Endlich wieder mal was erreichen, produktiv sein, etwas erschaffen - nicht nur dauernd zurücklehnen und konsumieren.
Nun, hier bin ich also, mit dem Ziel mein Studium nicht langsam aber sicher zu Ende zu führen. Dafür braucht es noch drei Dinge: Zwei Semesterarbeiten und die Masterarbeit. Wie der Name verrät, dauert eine Semesterarbeit eben ein Semester - allerdings arbeitet man normalerweise nur 50% der Zeit an ihr und besucht nebenbei Vorlesungen. Ich mache es anderes (brauche ja keine Vorlesungen mehr zu besuchen), sprich arbeite so 80% und möchte die erste Arbeit in 8 Wochen rum haben. Wird kein einfaches Unterfangen, denn die meisten Studenten brauchen eher 60% bis 70% der Zeit eines Semesters als die offiziellen 50.
Die erste Arbeit werde ich bei der Firma BridgeCo in Dübendorf schreiben. Konkret geht es darum, eine "Stereoanlage" (in Anführungszeichen, weil die Anlage viel mehr ist als bloss eine Kombination aus Radio und CD-Player) per Handy zu steuern. Für was das gut sein soll? Wie wäre es damit, dass du auf deinem Handy 'Queen - Bohemian Rhapsody' eingibst, und deine Anlage spielt es? Nun, dies ist nur eine von vielen Möglichkeiten, welche sich eröffnen.
Da ich also jeden Tag in Dübendorf bin und ich idealerweise das Zimmer von Käspi übernehmen konnte, wohne ich für die nächsten 3 Monate in Zürich.
Sobald ich beide Semesterarbeiten geschrieben habe, kommt es zum grossen Finale, der 26-wöchigen (und Vollzeit) Masterarbeit. Da es mich zurück nach Holland zu Annemiek zieht, würde ich diese Arbeit gerne in Delft schreiben. Damit ich die Erlaubnis dafür kriege, sind noch einige bürokratische Hürden zu überwinden, eine aufwändige aber machbare Aufgabe.
Was läuft?
Obwohl es oft anders rüberkommt, es gibt auch durchaus Gründe, wieso ich mich auf die Rückkehr gefreut habe. Endlich wieder mal was erreichen, produktiv sein, etwas erschaffen - nicht nur dauernd zurücklehnen und konsumieren.
Nun, hier bin ich also, mit dem Ziel mein Studium nicht langsam aber sicher zu Ende zu führen. Dafür braucht es noch drei Dinge: Zwei Semesterarbeiten und die Masterarbeit. Wie der Name verrät, dauert eine Semesterarbeit eben ein Semester - allerdings arbeitet man normalerweise nur 50% der Zeit an ihr und besucht nebenbei Vorlesungen. Ich mache es anderes (brauche ja keine Vorlesungen mehr zu besuchen), sprich arbeite so 80% und möchte die erste Arbeit in 8 Wochen rum haben. Wird kein einfaches Unterfangen, denn die meisten Studenten brauchen eher 60% bis 70% der Zeit eines Semesters als die offiziellen 50.
Die erste Arbeit werde ich bei der Firma BridgeCo in Dübendorf schreiben. Konkret geht es darum, eine "Stereoanlage" (in Anführungszeichen, weil die Anlage viel mehr ist als bloss eine Kombination aus Radio und CD-Player) per Handy zu steuern. Für was das gut sein soll? Wie wäre es damit, dass du auf deinem Handy 'Queen - Bohemian Rhapsody' eingibst, und deine Anlage spielt es? Nun, dies ist nur eine von vielen Möglichkeiten, welche sich eröffnen.
Da ich also jeden Tag in Dübendorf bin und ich idealerweise das Zimmer von Käspi übernehmen konnte, wohne ich für die nächsten 3 Monate in Zürich.
Sobald ich beide Semesterarbeiten geschrieben habe, kommt es zum grossen Finale, der 26-wöchigen (und Vollzeit) Masterarbeit. Da es mich zurück nach Holland zu Annemiek zieht, würde ich diese Arbeit gerne in Delft schreiben. Damit ich die Erlaubnis dafür kriege, sind noch einige bürokratische Hürden zu überwinden, eine aufwändige aber machbare Aufgabe.
2007-01-24
Ich kam abends um 8 in Frankfurt an. Fuhr im ICE durch ein verschneites Deutschland. War kurz nach Mitternacht zuhause. Und morgens um halb 4 hatte ich schon 39.4°C Fieber. Muss das jedes Mal so sein?
Déjà-vu
Ich kam abends um 8 in Frankfurt an. Fuhr im ICE durch ein verschneites Deutschland. War kurz nach Mitternacht zuhause. Und morgens um halb 4 hatte ich schon 39.4°C Fieber. Muss das jedes Mal so sein?
2007-01-23
Es ist vorbei. Wie immer geht es irgendwie schneller als man denkt. Noch eine Woche, noch einen Tag, der letzte Abend, die letzten Eindrücke. Und schon ist alles vorbei. Dass dem so ist, kann ich aber noch gar nicht fassen.
Ich steig aus dem Flugzeug, fühle mich scheisse und leer. Ersteres, weil ich während 12 Stunden gefroren habe, obwohl ich mich mit allem zudeckte, was ich im Flieger bekam. Und leer, weil ich mich frage, wie kann es denn schon vorüber sein.
Jeder Farang in Südost-Asien weiss, dass er nicht dorthin gehört, denn er wird das Leben und die Leute nie verstehen. Trotzdem oder gerade deswegen wird er magisch angezogen und kann nie mehr loslassen. So geht es mir auch, denn ich bin zurück, mein Herz und meine Träume sind aber dort geblieben.
Zurück
Es ist vorbei. Wie immer geht es irgendwie schneller als man denkt. Noch eine Woche, noch einen Tag, der letzte Abend, die letzten Eindrücke. Und schon ist alles vorbei. Dass dem so ist, kann ich aber noch gar nicht fassen.
Ich steig aus dem Flugzeug, fühle mich scheisse und leer. Ersteres, weil ich während 12 Stunden gefroren habe, obwohl ich mich mit allem zudeckte, was ich im Flieger bekam. Und leer, weil ich mich frage, wie kann es denn schon vorüber sein.
Jeder Farang in Südost-Asien weiss, dass er nicht dorthin gehört, denn er wird das Leben und die Leute nie verstehen. Trotzdem oder gerade deswegen wird er magisch angezogen und kann nie mehr loslassen. So geht es mir auch, denn ich bin zurück, mein Herz und meine Träume sind aber dort geblieben.
2006-12-06
Ich bin nicht der Strandmensch. Ich mag schöne Strände, keine Frage. Geniesse den Frieden, den Sand, das warme Wasser, das Rauschen der Wellen, die Sonne. Aber ich kann nicht einen Tag herumhängen. Geht nicht.
Ich kam also sonntags in der Früh mit dem Flieger nach Phuket. Am Flughafen viele Package-Touris, die ich eh nicht leiden kann. Schlimmer sind nur noch die Jungs in meinem Alter, kaum aus dem Flieger raus geben sie sich High-Five und verkünden die Parole "let's get us some Thai chicks". Willkommen im Puff namens Phuket.
Ich also möglichst schnell auf die Fähre, weg von hier, rüber nach Phi Phi, nach dem Lonely Planet der schönste Platz auf Erden. Schon von der Fähre sieht man warum; imposante Kliffe, Palmen, kristallklares Wasser.
Doch am Pier angekommen, wusste ich sofort, hier will ich nicht bleiben, jedenfalls nicht an diesem Strand, zu viele Touris auf zuwenig Platz (war schon vor dem Tsunami eng hier, und da noch nicht alles wieder steht ist es noch übler. Zum Glück ist gerade auf ner anderen Insel Vollmondparty, sonst hätte ich wohl im Zelt schlafen müssen). Am Ende der Schlange mit all den Typen, die dir ein Bungalow oder Zimmer andrehen wollen, steht Jesus. Braungebrannt, einziges Kleidungsstück ne 3/4 Hose, blonde Locken. "Hey man, looking for a quiet beach?". Ein Satz, und er hat mich überzeugt. Für die nächsten zwei Nächte bin ich also an einem friedlichen Plätzchen, abgeschieden, 25 Bungalows, ein Restaurant, eine Bar, mit Jesus als Barkeeper.
Am nächsten Tag gehen wir mit dem Boot rüber zu Phi Phi Leh, die kleinere der beiden Inseln. Infrastruktur gibt es nur auf der grösseren der beiden, auf Phi Phi Don.
Wir gehen früh morgens, damit der Strand von the beachnoch nicht überfüllt ist. Natürlich waren wir nicht die Ersten, aber immerhin. Der Strand ist wirklich genial, aber der schönste Platz auf Erden? Njet. Wir schwimmen und schnorcheln für ne Stunden. Als ich ein bisschen abseits herum plansche, meint ein Schwede, ich solle mit ihm rüber kommen zu den Felsen, er hätte dort viele kleine Haie gesehen. Die will ich natürlich nicht verpassen, und bald sehen wir sie. Etwa 10 Stück, je einen halben Meter lang und, wie ich gehört habe, völlig harmlos. Ein bissl Unwohl wird es dann aber doch, wenn man sich mal umdreht und hinter einem zwei drei Haie vorbeiziehen.
Als wir Lek umrunden, Schnorcheln wir an einem zweiten Ort. Als ich ins Wasser spring, mir die Maske aufsetze und rumkucke, verschlägt es mir die Sprache. Tausende Fische um mich rum, wohin ich sehe. Winzige und grosse, in allen Farben und Formen. Einzelgänger und in Schwärmen. Ein unglaublicher Anblick und ich brauche nur Sekunden um einzugestehen, ja, it definitely is the prettiest place on earth.
Nehme die Fähre am nächsten Tag, ziehe weiter. Zum Kletterparadies Railay, nah bei Krabi. Ich mag das Backpacker-Feeling dort. Ein kleinerer Strand, umgeben von eindrucksvollen Felsen. Ich bleibe eine Nacht, dann geht es weiter. Weil ich einen straffen Terminplan habe. Und weil ich es gesehen habe. Reisende soll man nicht aufhalten.
Inselsprung - oder: The prettiest place on earth
Ich bin nicht der Strandmensch. Ich mag schöne Strände, keine Frage. Geniesse den Frieden, den Sand, das warme Wasser, das Rauschen der Wellen, die Sonne. Aber ich kann nicht einen Tag herumhängen. Geht nicht. Ich kam also sonntags in der Früh mit dem Flieger nach Phuket. Am Flughafen viele Package-Touris, die ich eh nicht leiden kann. Schlimmer sind nur noch die Jungs in meinem Alter, kaum aus dem Flieger raus geben sie sich High-Five und verkünden die Parole "let's get us some Thai chicks". Willkommen im Puff namens Phuket.
Ich also möglichst schnell auf die Fähre, weg von hier, rüber nach Phi Phi, nach dem Lonely Planet der schönste Platz auf Erden. Schon von der Fähre sieht man warum; imposante Kliffe, Palmen, kristallklares Wasser.
Doch am Pier angekommen, wusste ich sofort, hier will ich nicht bleiben, jedenfalls nicht an diesem Strand, zu viele Touris auf zuwenig Platz (war schon vor dem Tsunami eng hier, und da noch nicht alles wieder steht ist es noch übler. Zum Glück ist gerade auf ner anderen Insel Vollmondparty, sonst hätte ich wohl im Zelt schlafen müssen). Am Ende der Schlange mit all den Typen, die dir ein Bungalow oder Zimmer andrehen wollen, steht Jesus. Braungebrannt, einziges Kleidungsstück ne 3/4 Hose, blonde Locken. "Hey man, looking for a quiet beach?". Ein Satz, und er hat mich überzeugt. Für die nächsten zwei Nächte bin ich also an einem friedlichen Plätzchen, abgeschieden, 25 Bungalows, ein Restaurant, eine Bar, mit Jesus als Barkeeper.
Am nächsten Tag gehen wir mit dem Boot rüber zu Phi Phi Leh, die kleinere der beiden Inseln. Infrastruktur gibt es nur auf der grösseren der beiden, auf Phi Phi Don.
Wir gehen früh morgens, damit der Strand von the beachnoch nicht überfüllt ist. Natürlich waren wir nicht die Ersten, aber immerhin. Der Strand ist wirklich genial, aber der schönste Platz auf Erden? Njet. Wir schwimmen und schnorcheln für ne Stunden. Als ich ein bisschen abseits herum plansche, meint ein Schwede, ich solle mit ihm rüber kommen zu den Felsen, er hätte dort viele kleine Haie gesehen. Die will ich natürlich nicht verpassen, und bald sehen wir sie. Etwa 10 Stück, je einen halben Meter lang und, wie ich gehört habe, völlig harmlos. Ein bissl Unwohl wird es dann aber doch, wenn man sich mal umdreht und hinter einem zwei drei Haie vorbeiziehen.
Als wir Lek umrunden, Schnorcheln wir an einem zweiten Ort. Als ich ins Wasser spring, mir die Maske aufsetze und rumkucke, verschlägt es mir die Sprache. Tausende Fische um mich rum, wohin ich sehe. Winzige und grosse, in allen Farben und Formen. Einzelgänger und in Schwärmen. Ein unglaublicher Anblick und ich brauche nur Sekunden um einzugestehen, ja, it definitely is the prettiest place on earth.
Nehme die Fähre am nächsten Tag, ziehe weiter. Zum Kletterparadies Railay, nah bei Krabi. Ich mag das Backpacker-Feeling dort. Ein kleinerer Strand, umgeben von eindrucksvollen Felsen. Ich bleibe eine Nacht, dann geht es weiter. Weil ich einen straffen Terminplan habe. Und weil ich es gesehen habe. Reisende soll man nicht aufhalten.
2006-12-03
Am Samstag war mein letzter Arbeitstag. Bin echt froh darüber. Einerseits weil jetzt das Reisen anfängt (nicht mehr bloss nur am Wochenende herumhetzen), andererseits weil es zwar ne sehr gute Zeit war hier in Bangkok, aber der Job war einfach nicht erfüllend. Immerhin: Tolle Abschlussparty mit den Leuten von der Firma mit viel Whiskey und Karaoke (90% Thai Songs, den Rest für mich. Wer weiss wie schlecht ich singe wird froh sein, nicht dabei gewesen zu sein).
Ich gehe nun für einige Tage in den Süden, über Phuket und Phi-Phi nach Krabi. Donnerstag bin ich dann zurück in Bangkok um Annemiek in die Arme zu schliessen. Und mit ihr geht es dann für einen Monat nach Myanmar. Sie muss Anfangs Jahr zurück, ich bleibe noch bis am 23. Januar und gehe dann wohl nach Laos und Kambodscha.
Nach der Arbeit das Vergnügen
Am Samstag war mein letzter Arbeitstag. Bin echt froh darüber. Einerseits weil jetzt das Reisen anfängt (nicht mehr bloss nur am Wochenende herumhetzen), andererseits weil es zwar ne sehr gute Zeit war hier in Bangkok, aber der Job war einfach nicht erfüllend. Immerhin: Tolle Abschlussparty mit den Leuten von der Firma mit viel Whiskey und Karaoke (90% Thai Songs, den Rest für mich. Wer weiss wie schlecht ich singe wird froh sein, nicht dabei gewesen zu sein).
Ich gehe nun für einige Tage in den Süden, über Phuket und Phi-Phi nach Krabi. Donnerstag bin ich dann zurück in Bangkok um Annemiek in die Arme zu schliessen. Und mit ihr geht es dann für einen Monat nach Myanmar. Sie muss Anfangs Jahr zurück, ich bleibe noch bis am 23. Januar und gehe dann wohl nach Laos und Kambodscha.
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